Monatsarchiv: Februar 2017

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Ute und ich sind nun wieder gut in Deutschland angekommen. Es war eine gute Reise, die Evaluation verlief nach Plan und wir sind mit unseren Ergebnissen zufrieden. Es war beeindruckend zu sehen wie das Projekt funktioniert, wie viele Leute davon profitieren, ob direkt durch die verbesserte Gesundheitsversorgung, die Sensibilisierung ganzer Dörfer zu Gesundheitsthemen oder die Möglichkeiten für die Mitarbeitenden, sich weiterzubilden. Wir sind überzeugt, dass das Projekt auch in Zukunft einen wichtigen Beitrag für die Gesundheit von Müttern und Kindern im Süden des Tschads beitragen wird.

Ute und ich möchten uns hier auch noch bei Ihnen und Euch für das Interesse an unserem Blog bedanken und für die Rückmeldungen, die wir erhalten haben.

Zum Abschluss gibt es hier noch ein kurzes Video von Difäm-Partner Brot für die Welt über Dr. Djekadoum N’Dilta, Leiter des Krankenhauses in Koyom und unser Ansprechpartner vor Ort.

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Richtung Heimat

Der letzte Tag beginnt. Wir sind noch in Koyom. Morgens wollen wir uns noch das Krankenhaus genauer anschauen und dann zurück in die Hauptstadt fahren, um abends zurückzufliegen.

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Tuberkulosepatient

Wir nehmen an der Morgenandacht teil, dann besuchen wir die Stationen des Krankenhauses. Es gibt die Geburtshilfe, einen Tuberkulosetrakt, die Chirurgie mit zwei Operationssälen sowie die Apotheke und das Labor. Ich interessiere mich für die Chirurgie und darf eine kleine Weile bei einer OP zuschauen. Operiert wird an diesem Morgen von zwei Krankenpflegern, da die Ärzte zu viel anderes zu tun haben.dscf6479

Vor dem Operationssaal warten weitere Patienten, die an dem Tag operiert werden sollen. Alle haben Pappkartons dabei, die neben ihnen stehen. Sie müssen zwar für die Operation nichts bezahlen, jedoch alle Verbrauchsmaterialien und Medikamente dafür selbst kaufen und mitbringen. Mit den Kisten sieht es hier eher nach einem Warteraum am Busbahnhof aus, als nach der Chirurgie eines Krankenhauses.dscf6415

Vor der Apotheke stehen Patienten in einer langen Schlange. Hier kaufen sie jeden Morgen ihre Medikamente.

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Apotheke

Im Schatten der Bäume auf dem Gelände des Krankenhauses sitzen und liegen die Angehörigen der Patienten auf Strohmatten. Sie warten auf die Genesung, tage- aber auch wochenlang, und bekochen ihre Angehörigen, da es keine Krankenhauskantine gibt.dscf6432

Ute und ich verabschieden uns von den Mitarbeitenden und bedanken uns für die Gastfreundlichkeit und das Engagement im Projekt. Wir brechen auf, zurück Richtung Hauptstadt. Um einen platten Reifen kommen wir auch dieses Mal leider nicht herum. Aber wir kommen rechtzeitig an. Es reicht noch für ein gemeinsames Abendessen mit unserem Fahrer, wie immer hauptsächlich gegrilltes Fleisch. Dann ab zum Flughafen. Dieser wurde kürzlich renoviert – und nach dem einchecken ist man in einer anderen Welt. Alles ist weiß gestrichen, einigermaßen sauber und hell, und der Warteraum ist auf gefühlte Minusgrade heruntergekühlt. Nach schon wenigen Minuten wirken die letzten Tage sehr weit entfernt.

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Unterricht

Unser vorletzter Tag beginnt. Heute werden wir drei Animateure bei ihrer Arbeit begleiten. Mich interessiert, wie sie genau arbeiten, sie in Aktion zu erleben, wenn sie zusammen mit den Hebammen in die Dörfer fahren und die Menschen zu verschiedenen Themen aufklären. Im Mittelpunkt steht die Gesundheit während der Schwangerschaft, aber auch allgemeine Hygiene, Prävention von HIV und Tuberkulose und die Familienplanung werden angesprochen. Ihre drei Veranstaltungen stellen sich als sehr unterschiedlich heraus.dscf6208

Das erste Treffen findet in einer Kirche statt, nach und nach finden sich um die fünfzig Frauen mit vielen Kindern ein. Der Animateur klärt auf zum Thema Hygiene, mithilfe eines bebilderten DIN-A4 Heftes. Er steht meist vorne, klarer Frontalunterricht, für Fragen gibt es erst am Ende Zeit. Die Hilfshebamme und ein Krankpfleger sind auch mit dabei, sie führen am Ende noch Untersuchungen durch und impfen die Frauen.

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Hebamme bei der Untersuchung

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Bereit zum impfen?

Die zweite Veranstaltung findet in einem anderen Dorf findet auf dem Dorfplatz statt, direkt neben dem Markt. Als wir ankommen, sehen wir schon eine große Gruppe von Leuten, sicher über hundert. dscf6286Es ist eine riesige HIFI-Anlage aufgebaut, es läuft ohrenbetäubend laut Musik, wir werden begrüßt und vorgestellt. Die Sensibilisierung findet hier in mehreren Sprachen statt, über Mikrofone, alles ist sehr laut und für die Zuhörer sichtlich unterhaltend. Hier sind auch Männer und ältere Kinder, die dem Animateur zuhören.

Die letzte Veranstaltung ist in einem sehr kleinen Dorf. Wir fahren eine halbe Stunde einem Trampelpfad nach, um es zu erreichen.

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Unterwegs zur letzten Station

In der Mitte des Dorfes wächst ein großer Baum, darunter ist das ganze Dorf versammelt. Es ist schon Nachmittag, der Animateur ist fertig mit seinem Vortrag, aber alle sind geblieben, um uns zu sehen und zu begrüßen. Hier habe ich den Eindruck, dass die Botschaft des Animateurs wirklich alle erreicht.dscf6368

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In den Dörfern

dscf5859Die letzten zwei Tage verbrachten Ute und ich unterwegs in weiteren Dörfern. Wir besuchten mehrere Gesundheitseinrichtungen und führen dort Gespräche mit Frauen. Wir wollen erfahren, welche Erfahrungen sie während der Schwangerschaft und der Geburt gemacht haben. Zum anderen wollen wir ein genaueres Bild der Einrichtungen bekommen. Wir überprüfen, wie die Räumlichkeiten aussehen, wie die Apotheke ausgestattet ist und wie die Mitarbeitenden arbeiten. Die Einrichtungen ähneln der letzten, die wir besucht haben. Die Gebäude sind nicht gut in Schuss, es gibt wenige Medikamente und Instrumente.

Die Gespräche mit den Frauen sind spannend, aber oft auch bedrückend. Wir interviewen jeweils zwei Gruppen, einmal junge Frauen bis um die dreißig, und dann ein Gruppe mit älteren Frauen. Es sind viele Einzelgeschichten, manchmal einfacher, manchmal schwerfälliger erzählt.

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Treffen mit den Frauen vom Dorf

Wir lassen alle Frauen aufschreiben, wie alt sie sind, wie viele Kinder sie auf die Welt gebracht haben und wie viele von ihnen noch am Leben sind. Es gibt, außer bei den ganz jungen Frauen, keine Frau, die noch kein Kind verloren hat. Die meisten haben um die acht Kinder bekommen und davon zwei bis drei verloren. Früher war es wohl deutlich schlimmer. Heute würden die Gesundheitszentren helfen, die Risiken zu reduzieren. Die jüngere Generation kommt ins Gesundheitszentrum, um ein Kind auf die Welt zu bringen, und wird dabei auch von ihren Müttern unterstützt. Auch die Vorsorge würde helfen, Probleme frühzeitig zu erkennen. Und der Transport ins Distriktkrankenhaus nach Koyom scheint auch zu funktionieren. Nur in einem Dorf hören wir, dass eine Geburt im Gesundheitszentrum Schwäche bedeuten würde, und man deshalb daheim entbindet. Die Aussage wird gleich scharf in der Gruppe diskutiert, ist wohl keine allgemeine Meinung.dscf6300

Die Gespräche sind interessant, oft wird auch gelacht, obwohl das Thema nicht gerade lustig ist. Der Umgang der Mütter mit dem Tod ihrer Kinder ist beeindruckend, aber auch fremd. Die Realität ist hier einfach eine andere als bei mir zuhause.

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In der Mittagshitze wird man müde

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Kamelmilch und traditionelle Hebammen

Heute gehen wir an die Basis, in ein Dorf, wo die Arbeit stattfindet. Ich darf den großen Jeep fahren, und kämpfe mich durch die Schlaglöcher und den Sand zu einer Gesundheitseinrichtung in der Nähe von Koyom. Rosalie, die leitende Hebamme ist mit dabei, um zu übersetzen und uns den Weg zu zeigen. Der Leiter der Gesundheitseinrichtung, die Hilfshebamme und ein Apotheker von vor Ort erwarten uns schon. Zur Begrüßung gibt es heiße Kamelmilch mit viel Zucker, nicht wirklich erfrischend bei 35 Grad, aber dennoch lecker.dscf5783

Wir bekommen eine Führung durch die Einrichtung. Einrichtung ist vielleicht etwas übertrieben, das Gebäude besteht aus drei Zimmern. Einem Untersuchungsraum mit abgetrenntem Raum wo die Geburten stattfinden, ein kleines Lager für Medikamente von wo der Apotheker diese auch verkauft und einem Wartezimmer für Schwangere die mit Wehen kommen.

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Das Wartezimmer

Das Wartezimmer ist völlig karg, es gibt nicht einmal ein Bett, nur eine Matte auf dem harten Boden. Der Untersuchungsraum besteht aus einem kleinen Tisch für den Leiter, ein labiles Krankenbett für die Untersuchungen, für die eigentliche Geburt gibt es einen Plastikstuhl. Auch in der Apotheke sieht es nicht viel besser aus, die wenigen Regale sind fast leer, es fehlt an allem.

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Medikamentenlager der Apotheke

Die Mitarbeiter sind dennoch motiviert, berichten stolz von den über 250 Kindern die hier im letzten Jahr mit ihrer Unterstützung geboren wurden. Was ihnen am meisten fehlt sind grundlegende Dinge, Handschuhe für die Geburt, HIV-Schnelltests, einen weiteren Satz Instrumente (Schere, Zange usw.) falls zwei Frauen gleichzeitig entbinden.

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Treffen mit den traditionellen Hebammen

Vor der Gesundheitseinrichtung hat sich mittlerweile eine kleine Gruppe zusammengefunden. Es sind alte Frauen, traditionelle Hebammen die im Dorf bei Geburten Unterstützung leisten. Sie haben nie eine Ausbildung bekommen, learning-by-doing, so hätten sie gearbeitet. Die Frauen erzählen uns, dass sie sich auch nie für den Beruf entschieden haben, Ihre Mütter haben schon bei Geburten geholfen, und von ihnen wurde erwartet die Aufgabe zu übernehmen. Sie berichten vom Wandel der letzten Jahre, sie haben schon lange keine Geburten mehr durchgeführt, die jungen Frauen würden alle in die Gesundheitseinrichtung kommen. Früher haben noch fast alle daheim entbunden. Sie sind ganz froh über die Entwicklung, sie waren selbst überfordert, konnten bei Problemen keine Hilfe leisten und wurden nie für ihre Arbeit entlohnt. Schwangere Frauen würden sich bei Fragen jetzt eher an die Animateure und die Hilfshebamme wenden, nicht mehr an sie.

Ute und ich sind froh über die Entwicklung, zu dem das Projekt sicher einen Beitrag geleistet hat. 

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Jugaad im Tschad, der Krankenpfleger demonstriert seinen selbst gebauten Ventilator

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Workshop in Koyom

dscf5579Ich wache früh auf in Koyom, einmal wegen der Hitze, andererseits wegen dem Gegackere der Perlhühner, die vor meinem Zimmer umher stolzieren. Nach dem Frühstück, bestehend aus einem Hühnchen und etwas frittiertem Brot, machen wir uns auf zum Evangelischen Krankenhaus Koyom. Koyom selber ist eigentlich ein Dorf mit etwas mehr als 10.000 Einwohnern, besitzt aber ein Krankenhaus mit 100 Betten (Zum Vergleich, unsere Tropenklinik Paul-Lechler-Krankenhaus in Tübingen hat 90 Betten).

Das Krankenhaus wurde von der Evangelischen Mission im Tschad ( EMT – Hospital Koyom) mit aufgebaut und steht seit 2002 unter der Leitung des tschadischen Arztes, Dr. Djekadoum N´Dilta Osée, der auch ein Partner des Difäm ist. Er führt uns in einem ersten Gespräch in das Projekt vor Ort ein und stellt uns Hebamme Rosalie vor, die für die  Koordination unseres Projektes in Koyom zuständig ist.

Jedes halbe Jahr findet ein Treffen in Koyom statt, bei dem alle Animateure, Matrones und Krankenpfleger der Gesundheitseinrichtungen, die an unserem Projekt teilhaben, zusammen kommen. Es werden die Fallzahlen des letzten Halbjahres durchgesprochen und organisatorische Fragen geklärt. Danach sind Ute und ich an der Reihe. Wir haben einen kleinen Workshop geplant und teilen die Anwesenden in Gruppen auf. In den Gruppen besprechen wir dann die Stärken und Schwächen des Projektes. Es gibt eine Präsentationsrunde, alle Ergebnisse werden noch einmal vorgestellt und mit allen Teilnehmenden diskutiert. Das Personal empfindet das Projekt als sehr hilfreich und arbeitet gerne mit. Sie schätzen es sehr, dass Sie vom Difäm die Möglichkeit der Weiterbildung im Gesundheitsbereich zu Schwangerschaft und Geburt bekommen haben.

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Krankenpfleger beim Vorbereiten

Die Probleme werden auch deutlich. Für die Animateure und Hilfshebammen sind die Distanzen in die Dörfer groß, es ist anstrengend in der großen Hitze mit dem Fahrrad oder in der Regenzeit durch die überlaufenden Flüsse alle zu erreichen. Die Krankenpfleger berichten uns von der oft mangelnden Versorgung mit Medikamenten oder kaputter Untersuchungsausrüstung.

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Animateure beim Workshop

Die nächsten Tage werden wir einige Einrichtungen besuchen, um uns direkt ein Bild zu verschaffen. Wir wollen auch vor Ort mit Schwangeren sprechen, um von ihnen einen Eindruck der Situation zu gewinnen.

Am späten Nachmittag essen wir alle zusammen, dann macht sich jeder auf den Heimweg. Ich spaziere noch etwas am Fluss von Koyom entlang und durch das Dorf zurück, bevor es dunkel wird.

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Unser Nachbarhaus in Koyom

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Sonnenuntergang am Logone-Fluss

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Von der Hauptstadt in den Süden

Die Globalisierung schreitet auch im Tschad voran. Zum Frühstück gibt es gefrorene Croissants, im Hintergrund lautstarke mexikanische Telenovelas. Der Tag startet gut. Wir verbringen den ganzen Morgen mit Fahrten quer durch die Hauptstadt. Wir besuchen den Trägerverein des Hospitals in Koyom, sowie der Association Evangélique pour la Santé au Tchad (AEST), die das Krankenhaus mit betreut und bei der Beschaffung von Medikamenten hilft. Wir treffen kurz die Direktorin für Müttergesundheit im Gesundheitsministerium. Sie gibt uns einen Überblick der Arbeit der Regierung in Ihrem Bereich, hat für mehr Fragen aber keine Zeit.

Dann gehts schnell auf den Grand Marche, N’jamenas Hauptmarkt, zum Geld wechseln und Mittagessen.dscf6001

Wir brechen gegen 14 Uhr auf Richtung Koyom. Der Verkehr in der Stadt ist zäh, wir sehen zwei schlimme Unfälle. Man darf nicht helfen – eine schwer verletzte Frau bleibt einfach so am Straßenrand liegen – sondern muss warten bis die Polizei auftaucht um den Unfall aufzunehmen. Erst dann wird der Verletzten Hilfe gewährt. Ich bin geschockt.

Wir bauen zum Glück keinen Unfall, überfahren dscf5577nur eine Ziege, was niemand weiter zu kümmern scheint und haben einen Platten. Die Fahrt sollte knapp vier Stunden dauern. Wir fahren den größten Fluss des Tschads entlang, dem Shari, eigentlich ein fruchtbares Ackerbaugebiet. Die Trockenzeit hat aber schon begonnen und ich kann mir kaum vorstellen wie hier viel wachsen kann. Unterwegs sieht man immer wieder Nomaden, die mit ihren Herden in den Süden ziehen. Viele werden versuchen ihr Vieh in Nigeria oder Kamerun zu verkaufen. Letztendlich kommen wir nach 8 Stunden an. 

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Nomaden unterwegs

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Landeanflug

Ich sitze im Flugzeug auf dem Weg nach N’Djamena, der Hauptstadt des Tschads. Mir fällt auf das fast keine Afrikaner im Flugzeug sind. Die meisten Passagiere sind Männer zwischen 20-40, muskulös mit Bürstenschnitt, amerikanischen Militärs. Der Tschad hat sich in den letzten Jahren zu einem Hauptakteur im Kampf gegen Boko Haram etabliert und schickt Einsatztruppen nach Nigeria und Mali. Militärausgaben sind etwa 4x so hoch wie Ausgaben für Bildung. Auch für die Gesundheitsversorgung bleibt oft kein Geld übrig. Was mich zurück zu den schwangeren Frauen führt, denen unser Projekt helfen soll.

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Die junge Frau hat erst vor wenigen Stunden ihr erstes Kind zur Welt gebracht

Zum ersten Mal schwanger wird man meist als Teenager, mit 30 haben viele Frauen schon acht Geburten hinter sich. Es gibt kaum Quellen, um an Tipps und Hilfe zu kommen. Aus diesem Grund wurden vom Difäm so genannte Animateure ausgebildet, die den weiten Weg in die Dörfer zu Fuß oder mit dem Fahrrad aufnehmen, um Weiterbildungen zu gesundheitlichen Themen rund um sichere Schwangerschaft und Geburt anzubieten. Die Frauen erfahren was mit ihnen in der Schwangerschaft geschieht, wo sie sich Hilfe suchen können und dass sie auf jeden Fall für die Entbindung ins Gesundheitszentrum kommen sollen. Hilfshebammen (Matrones) begleiten die Animateure und führen Vorsorgeuntersuchungen in den weit entfernten Dörfern durch. Für die Schwangeren ist das oft die einzige Möglichkeit sich untersuchen zu lassen.

fensterbildFür die Frauen, die zur Geburt in ein Gesundheitszentrum kommen, werden die Kosten der Geburt übernommen. Bei Kaiserschnitten erhält das Gesundheitszentrum eine Prämie, um auch diesen kostenlos anbieten zu können. Bei Notfällen und Frühgeburten ist unser Partnerkrankenhaus in Koyom mit einem Fahrzeug für die Evakuierung ausgestattet worden.

 

Wir landen nachts, es gibt nicht viel zu sehen. Es ist heiß und es liegt eine Art Nebel in der Luft. Rauch von den Küchen, denn die über eine Million Einwohner kochen überwiegen noch mit Holz.

Ein Arzt aus Koyom holt uns am Flugafen ab und bringt uns zum Hotel. Wir sollen schlafen, das Programm am nächsten Tag geht früh los und am Nachmittag steht die Fahrt nach Koyom an.

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