Abschied

 

Für mich ging es vier Tage später nach Hause, aber nicht, ohne mich gebührend zu verabschieden. Meine Abschiedsfeier fand auf dem Gelände der Lodge in Nkhoma statt. Dafür organisierte ich ein Kochteam und die Band, die häufig während Gottesdiensten spielte. Es kamen um die 60 Personen, wir aßen zusammen, ich und ein paar Gäste hielten eine Abschlussrede und am Ende tanzte wirklich jeder zu all meinen Lieblingsliedern von den malawischen Künstlern. Es war eine sehr schöne Veranstaltung und es hat mich riesig gefreut, fast alle Freunde, die ich während meines Auslandssemesters in Malawi kennen lernen durfte, ein letztes Mal wieder zu sehen. Einige von ihnen begleiteten mich am Sonntag zum Flughafen, von wo ich über Johannesburg (Südafrika) nach Deutschland zu meiner Familie und Freunden zurückflog.

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Das Auslandssemester hat mir persönlich, sozial, kulturell und sprachlich sehr geholfen. Ich habe viel für mich dazu gelernt und weiß nun den Reichtum in Deutschland sehr zu schätzen. Auf jeden Fall möchte ich eines Tages nach Malawi zurückkehren und all meine Freunde wiedersehen, mit denen ich bis dahin über Social Media in Kontakt bleibe. Ein großes Dankeschön möchte ich gegenüber dem Difäm und der Lechler Stiftung aussprechen, die mir diesen Auslandsaufenthalt überhaupt erst ermöglichten. Von den Projekten Asset, Pharmazie und Mental Health war ich schwer beeindruckt und hoffe natürlich, dass sie weiterfinanziert und den Menschen in Malawi auch in Zukunft helfen werden.

 

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Reise durch Malawi – Teil 3

Der letzte Abschnitt bis zu unserem nördlichsten Ziel Livingstonia war sogar mit Allradantrieb schwer zu passieren. Über Steingeröll fuhren wir immer höher am Abgrund entlang bis wir nach einer gefühlten Ewigkeit bei der Mushroomfarm ankamen. Caddy war aufgrund ihrer Höhenangst ziemlich mitgenommen aber beruhigte sich schon bald. Der Besuch dieser Lodge zählt zu meinen Highlights in Malawi. In der Philosophie der Gründer und Besitzer ist Naturschutz sehr verankert. Die Lodge ist harmonisch in die Natur integriert und beispielsweise mit Kompost-Toiletten und Solarplatten ausgestattet. Aber auch soziales Engagement ist ihnen wichtig. Die Einwohner der umliegenden Dörfer werden unterstützt indem ihnen einen Arbeitsstelle geboten wird,  Einnahmen gehen größtenteils an soziale Projekte und bezahlen beispielsweise das Gehalt zweier Lehrer und die Steuern einiger Studenten. In Livingstonia genossen wir einen unglaublichen Ausblick und schliefen eine Nacht sogar draußen unter einem Moskitonetz, um den Sonnenaufgang vom Bett aus betrachten zu können. Anschließend praktizierten wir mit einer Südafrikanerin Yoga, frühstückten und machten eine Tagestour zu verschiedenen Stellen des nahegelegenen Wasserfalles. Wir lernten sehr inspirierende Menschen kennen und waren froh, dort zumindest zwei Tage verbringen zu können.

 

Nach dem Ablauf dieser zwei Tage fuhren wir wieder südlich nach Kande, wo Caddy und ich auf Pferden ritten und sogar mit ihnen schwammen. Wir beide fingen mit 12 Jahren zusammen an zu reiten, weshalb sich dieses wiederholende Erlebnis trotz recht hohem Preis auf jeden Fall gelohnt hat. Den Sonnenuntergang betrachteten wir vom See aus, während wir schwammen und für den Sonnenaufgang fuhren wir am nächsten Morgen mit zwei kleinen, aus Baumstämmen geformten Fischerbooten zu einer sehr nah gelegenen Insel. Der Anblick war atemberaubend.

 

Nach einer Nacht fuhren wir nach Salima weiter, wo das Sand Festival stattfinden sollte. Freitag angekommen, aßen wir Mittag, suchten uns einen guten Parkplatz und gingen an den Strand. Caddy ging es leider nicht so gut, weshalb ich sie mit Selasie, den wir dort trafen, in eine Lodge brachten. Dort konnte sie im Kühlen schlafen, während Selasie und ich zu den Shows unsere malawischen Lieblingskünstler Lulu, Nepman und Black Missionaries tanzten. Weil es ihr immer schlechter ging, fuhren wir schon Sonntag zurück nach Nkhoma und bekamen vom Arzt die Diagnose eines bakteriellen Infektes. Durch die Medikamente ging es ihr schon sehr bald besser und wir genossen unsere letzten Tage zusammen in Nkhoma und Lilongwe bevor sie am 1. November zurück nach Deutschland flog.

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Reise durch Malawi – Teil 2

Nach Liwonde fuhren Caddy und ich etwas nördlicher nach Mua. Dort checkten wir abends ein und machten am nächsten Tag eine Führung durch die Kunstgallerie und das Museum. Diese beiden wurden vor vielen Jahren von einem Kanadier aufgebaut, der die Kulturen der Stämme Chewas, Ngonis und Yaos erforschte. Da uns die Stämme und ihre Tradition sehr interessieren, und das Gelände sehr schön aufgebaut war, fühlten wir uns sehr wohl. Allerdings war es so heiß, dass wir uns kaum konzentrieren konnten und schon bald aus den überhitzten Gebäuden wollten. Dort nächtigten wir zwei Mal bevor wir weiter nach Nkhoma fuhren, wo ich auch den Großteil meines Aufenthaltes verbrachte.

 

In Nkhoma zeigte ich Caddy meine Lodge und die Tankstelle, wo sie meine lieben Kollegen kennen lernte. Am Sonntag gingen wir zu dem Chichewa-sprachigen Gottesdienst und sangen und tanzten mit den Einheimischen. Von dort fuhren wir weiter nach Lilongwe, wo wir mit Selasie eine Bar und anschließend ein Reggeakonzert besuchten. Unser nächstes Ziel Richtung Norden war Nkhotakota. Am Strand vom Malawisee genossen wir gutes Essen, aber wurden von Mücken geplagt. Nur gut, dass wir beide eine Malariaprophylaxe einnahmen und unter Moskitonetzen schliefen. Am nächsten Morgen hat sich das frühe Aufstehen für den Sonnenaufgang mehr als gelohnt. Nach dem Frühstück machten wir uns auf die Suche nach dem nahegelegenen Nationalpark, aber wurden dabei von Einheimischen in verschiedenste Richtungen geschickt und entschlossen uns letzten endes dazu, weiter Richtung Norden zu fahren.

 

In Nkhata Bay, wo ich bereits war, tankten wir unser Auto auf und fuhren zur Butterfly 20171024_052543Lodge. Wir genossen unser gemütliches Zimmer in einer Steinhütte mit einer Kompost-Toilette, eine breite Auswahl an Speisen und Getränken, schwammen im See, lagen in Hängematten, bestaunten mal wieder einen Sonnenaufgang und lernten einige sehr nette und interessante Leute kennen. Einen davon werden wir schon bald in Salima wieder sehen.

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Reise durch Malawi – Teil 1

Am 14. Oktober besuchte mich meine gute Schulfreundin Caddy aus Deutschland. Mit meinen Freunden Hetherwick, Alinafe und Selasie holte ich zuerst unseren Mietwagen, einen Nissan X-TRAIL und anschließend sie vom Flughafen in Lilongwe ab. Wir weinten Tränen der Freude und hatten uns auf dem Weg nach Balaka ganz viel zu erzählen. Wir wurden von Chris, my brother from another mother, seiner kleinen Tochter Cony und seiner Schwester Eni begleitet. Als wir in der Nacht am Haus seiner Familie ankamen, nahmen sie uns herzlich in Empfang.

Am nächsten Tag fand die Verlobungsfeier von Chris´ Bruder Bond statt, zu der wir eingeladen wurden. Auf dem Weg dorthin blieb unser Auto im Sand stecken und so entkamen wir durch einige helfende Hände erst nach einer Stunde der knallen Sonne. Zu der Feier kamen wir trotz einigen Stunden Verspätung genau rechtzeitig. Wir tanzten mit den anderen Gästen zu deren Gesängen und Trommelmusik, warfen Geldscheine, wie es auch bei Hochzeiten üblich ist und hatten eine Menge Spaß.

Für den darauffolgenden Tag organisierte Chris´ Familie eine Initiierungszeremonie für Caddy und mich. Frauen, die dem Stamm der Ngonis angehören, werden drei Mal in ihrem Leben initiiert: Als Kind zwischen 7 und 9, bei der ersten Periode von 11 bis 16 und vor der Geburt des ersten Kindes. Wir durften die zweite Initiierung miterleben. Dabei saßen wir mit ca. 15 Frauen auf dem Boden einer kleinen Backsteinhütte mit Strohdach, wo die Hitze erträglicher war. Sie sangen und tanzten für uns, wobei eine ältere Frau uns alle Inhalte und Botschaften ins englische übersetzte. Wir lernten, wie sich Frauen während ihrer Periode verhalten und ihrer Familie Respekt entgegenbringen. Beispielsweise dürfen sie ab der Initiierung nicht mehr in das Schlafzimmer der Eltern und umgekehrt. Caddy und ich lernten kulturelle Werte und Praktiken kennen, die schon seit Ewigkeiten weitergetragen werden. Anschließend aßen wir Nsima mit Hähnchen, dem ich am Morgen die Kehle durchschneiden durfte, und Gemüse. Zwar bin ich Vegetarier, allerdings mache ich eine Ausnahme, wenn ich das Tier davor lebendig gesehen habe, es ihm gut ging und es schnell getötet wird. Nach dem Essen fuhren wir zu einer Stelle im Dorf, wo einige Stühle aufgestellt waren und wir den weiblichen Chief begrüßten. Aus Respekt klatschten wir bei der Begrüßung langsam in die Hände und sanken vor ihr auf unsere Knie, um ihr zu zeigen, was wir gelernt hatten. Dort wurden traditionelle Tänze vom Stamm der im Süden lebenden Senas aufgeführt und Reden gehalten. Caddy und ich sind allen Beteiligten sehr dankbar. Zum einen für den organisatorischen Aufwand aber auch für den tiefen Einblick in eine doch so andere Kultur, den sie uns ermöglicht haben.

 

Unser nächster Stopp weiter im Süden war Liwonde. Dort entspannten Caddy und ich einen Tag im Hotel und Pool, wo wir den Zugang zu laufendem Wasser und Strom genossen. Am nächsten Tag machten wir eine Jeepsafari durch den Nationalpark. Dabei sahen wir Bäume wie den Sausagetree („Wurstbaum“), unseren Lieblingsbaum den Baobab, einige Schlingpflanzen aber auch Tiere wie Elefanten, Wasserbüffel, Nielpferde etc. und bestaunten einen atemberaubenden Sonnenuntergang.

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Reggae und Rastafari

Reggae zählt zu den beliebtesten Musikrichtungen in Malawi. Es gibt einige Künstler wie The Black Missioneries, Lucius Banda, Nepman, Skeffa Chimoto und Lenzoh Mshanga, von denen ich bereits auf einigen Konzerten in Lilongwe war. Dabei durfte ich Rastafarians kennen lernen, von denen mich einer, Selasie Souljah, eines Samstages mit in seinen Gottesdienst nahm. Rastafari ist eine stark mit dem Christentum verbundene Glaubensrichtung. Seine Anhänger tragen grundsätzlich Dreadlocks, lehnen Alkohol, Tabak und Salz ab und ernähren sich möglichst ohne tierische Produkte. Viele, aber nicht alle, konsumieren Cannabis, das sowohl in Malawi wie auch in Deutschland illegal ist. In all ihrem Tun berufen sie sich auf die (christliche) Bibel. Beim Gottesdienst sollen Frauen keine Ohrringe aber ein Kopftuch tragen und ihre Schultern bedecken. Dort wurde getrommelt, gesungen und getanzt. Weil sie auf Chichewa gehalten wurde, konnte ich die Predigt leider nicht verstehen. Trotzdem war es eine sehr interessante Erfahrung, die ich dort machen durfte.

Letztes Wochenende verbrachte ich mit Selasie und Tiwonge, meiner Arbeitskollegin und Freundin in Salima auf dem Sound and Light Festival. Dort spielten einige der bereits genannten malawischen Reggeakünstler direkt am Strand. Im Vergleich zu deutschen Festivals war es ziemlich klein und hatte wenig Auswahl an Essen und Kaufmöglichkeiten. Dafür war es gemütlich und übersichtlich aber auch sehr heiß. Wir schwammen, tanzten und genossen unser Wochenende bis wir uns Sonntagnachmittag auf den Rückweg nach Nkhoma machten.

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Dies und Das in Nkhoma und Umgebung

Mit vier holländischen Medizinstudenten wanderte ich zum zweiten Mal den Nkhoma Mountain hoch. Bei unserer Ankunft kochten wir uns auf der Feuerstelle ein Abendessen und gingen schon bald in der Hütte schlafen, die sich auf halber Höhe des Berges befindet. Denn um 4.30 Uhr am nächsten Morgen machten wir uns schon zur Spitze auf, um den Sonnenaufgang zu bestaunen. Wie erwartet war es wunderschön, aber auch windiger und kälter als ich es in Erinnerung hatte.

In Nkhoma gibt es eine Schule, in der die Frauen von angehenden Pfarrern an zwei Tagen in der Woche lernen, wie sie sich als solche verhalten sollen aber auch wie sie ihre eigene Geschäftsidee erfolgreich umsetzen und ihre Familie so finanziell unterstützen können. Für eine Klasse wurde ich, als Studentin des Studienganges Management für Non-Profit-Organisationen, gebeten, eine Vorlesung zum Thema Wirtschaft und Wirtschaftlichkeit zu halten. Ich erklärte den Frauen einige ökonomische Definitionen und Theorien, transferierte diese in die malawische Praxis und bezog meine Schüler in den Unterricht mit ein. Zu den Hauptgeschäften in Malawi zählen beispielsweise das Backen von Teigbällchen namens Mandaz oder gefüllten Teigtaschen namens Samoosas sowie das Betreiben von einem Haarsaloon oder Restaurant. Einige Frauen machten sich Notizen und meldeten zurück, dass der Unterricht sehr lehrreich für sie war. Es hat mir Spaß gemacht, ihnen Inhalte meiner Studienfächer näher zu bringen und es freut mich natürlich letztlich auf so positive Resonanz zu stoßen. Zudem konnte ich mich im Präsentieren auf englisch üben.

Mit Hetherwick, einem Freund und Sicherheitsbeamten, der neben der Nkhoma Tankstelle arbeitet, fuhr ich in das Dorf seiner Eltern. Aufgrund der Größe wurden dort sogar drei neue Oberhäupter von Dorfgemeinschaften („Chiefs“) auserwählt. Zunächst aßen wir auf dem Boden eines kleinen Backsteingebäudes typischerweise Nsima und gingen anschließend nach draußen, wo die neuen Chiefs gekrönt wurden. Ohne Vorahnung wurden diese von den weiblichen Dorfältesten aufgesucht und ausgewählt. Im Anschluss rannte nahezu das ganze Dorf, einschließlich Hetherwick, singend und tanzend umher und um ihrer Freude Ausdruck zu verleihen. Wie in malawischen Dörfern üblich, waren auch dort sehr viele Kinder zu sehen, für die ich als einzige Weiße eine Attraktion darstellte.

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Das ASSET-Projekt vom Difäm

Zum ersten Mal durfte ich das ASSET-Projekt vom DIFÄM in Malawi kennen lernen. Das Englische Wort „asset“ bedeutet Kapital und Stärke. Wie der Name vermuten lässt, liegt der Fokus bei diesem Projekt auf den Stärken, den vorhandenen Ressourcen in lokalen Dörfern. Der Ansatz geht auf die 1978 formulierten Prinzipien der Basisgesundheit der World Health Organization (WHO) zurück: Gesundheitserziehung, Verbesserung der Ernährung, sauberes Trinkwasser und verbesserte sanitäre Einrichtungen, vorbeugende Impfungen, bevorzugte Versorgung von Schwangeren und Kleinkindern, Kontrolle endemischer Krankheiten, angemessene Behandlung der häufigsten Erkrankungen, Versorgung mit essentiellen Medikamenten. Ziel ist es, das Gesundheitssystem in einer Region nachhaltig zu stärken. In Malawi werden insgesamt 85 Dörfer mit etwa 42.000 Bewohnern von ASSET um Nkhoma und im Ntchisi-Distrikt begleitet. Im Rahmen dieses Projektes besprechen und dokumentieren die Mitarbeiter von ASSET mit den Menschen in den Dorfgemeinschaften deren Stärken und Schwächen. Es gibt fünf Hauptprobleme mit denen sich die Dorfbewohner konfrontiert sehen: Lebensmittel und Sicherheit, Entwaldung, Unterernährung, frühzeitiger Schulabbruch und Zugang zum Gesundheitswesen. Es werden mehrere Treffen auf verschiedenen Ebenen organisiert. Innerhalb einzelner Haushalte, in Dörfern aber auch in großflächigen Gebieten. Dabei findet eine Nennung sowie Gewichtung der Probleme und letztendlich ihre Ordnung in eine Rangfolge statt. Maßnahmen zur Problemlösung werden entwickelt und Freiwillige aus den Dörfern ausgewählt.

Mit Esther, die mich bereits vom Flughafen abholte und zwei weiteren Mitarbeitern des Nkhoma Krankenhauses fuhr ich in ein Dorf nahe Nkhoma. Dort lernte ich solch eine konkrete Maßnahme gegen Mangel- und Unterernährung kennen. Bei einem Kochkurs wurden zunächst die sechs Lebensmittelgruppen abgefragt: Tierische Produkte, Fette, Obst, Gemüse, Hülsenfrüchte und Kohlenhydrate. Anschließen wurden zwei Teams gebildet. Jedes hatte zur Aufgabe aus lokalen, vorhandenen Lebensmitteln Porridge zu kochen, in dem alle sechs Lebensmittelgruppen vorhanden waren. Währenddessen wurde gesungen und getanzt bis wir schließlich gemeinsam aßen, uns verabschiedeten und zurück nach Nkhoma fuhren.

Einige Wochen später durfte ich Esther und Patrick zum Ntchisi-Distrikt begleiten. Dort besuchten wir vier sogenannte „Health-Clinics“, die den umliegenden Dörfern zukünftig einen Zugang zum Gesundheitswesen gewährleisten sollen. Nach der Fertigstellung dieser Gebäude werden medizinische Fachkräfte einziehen und die Bewohner aus dem Umkreis gesundheitlich versorgen. Einen Großteil an Ressourcen wie Backsteine und Sand werden hauptsächlich von den Dorfbewohnern gebracht. Das DIFÄM unterstützt sie natürlich mit weiteren Ressourcen, die für den Bau benötigt werden. Wir begutachteten, wie weit die Bauten von vier Health Clinics fortgeschritten waren und besuchten eines, das schon bald in Betrieb genommen werden soll. Auf unserer Tour durch das weitläufige Ntchisi Distrikt sah ich auch jene Toiletten, deren Bau vom DIFÄM unterstütz wurden. Für eine verbesserte Sanitärversorgung und Hygiene werden durch ein Rohr Mücken nach oben geleitet und der robuste Ausbau hält auch starkem Regen stand.

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Ausflug nach Balaka und zum Wildlife Centre in Lilongwe

Aufgrund einer Projektarbeit für mein Studium komme ich erst jetzt dazu, von weiteren Erfahrungen in Malawi zu berichten. Über ein langes Wochenende fuhren Chris, seine Freundin Diana, sein Cousin Isaak und ich nach Balaka, das dreieinhalb Stunden Autofahrt südlich von Nkhoma liegt. Von dort fuhren wir über sehr unebene Straßen nach Nkaya weiter, einem kleinen Dorf in dem die Eltern und ein Bruder von Chris wohnen. Als wir dort am späten Abend ankamen, wurden wir von ihnen herzlich in Empfang genommen. Weil es in Nkaya noch keinen Strom gibt, konnte ich erst am nächsten Morgen die Umgebung erkunden. In dieser Region gibt es einige Baobab-Bäume, die eindeutig zu meinen Lieblingen gehören. Sie haben nicht nur sehr dicke und eindrucksvolle Stämme, sondern auch gesunde Früchte, aus denen ein leckerer Saft gewonnen werden kann. Wie genau das funktioniert, zeigte mir Chris´ Mutter und gab mir sogar eine ganze Tüte voller Baobab-Früchte mit. Im selben Dorf besuchten wir eine „initiation ceremony“. Bei dieser Veranstaltung kehrte ein  muslimischer, etwa zwölfjähriger Junge nach einem zweiwöchigen Aufklärungscamp als „Mann“ zurück in sein Elternhaus. Dort hat er gelernt, was es bedeutet ein Mann zu sein und wie er sich als solcher zu verhalten hat. Es wurden traditionelle Tänze vom Stamm der Yaos aufgeführt und gemeinschaftlich gekocht und gegessen. Bereits vor einiger Zeit gab mir Chris, my brother from another mother, den Namen Nkiri. Er ist typisch für den Stamm der Ngonis, dem auch Chris und seine Familie angehören. Passend dazu kaufte ich mir auf dem Rückweg nach Nkhoma eine Kopfbedeckung aus Tierfell, die nur Ngonis tragen.

Mit einem Fahrer des Nkhoma Krankenhauses fuhr ich zum Wildlife Centre in Lilongwe. Dabei handelt es sich um ein Rehabilitationszentrum, das wilde Tiere aufnimmt, aufpäppelt und größtenteils wieder in die Wildnis entlässt. Da es eben kein Zoo ist, konnten wir beispielsweise die Löwen nicht sehen, dafür aber verschiedene Affenarten, die sich auch teilweise frei bewegen durften, Krokodile und eine Schlange in einer sehr natürlichen und grünen Umgebung.

 

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