Beiträge mit dem Schlagwort: Afrika

Abschied

 

Für mich ging es vier Tage später nach Hause, aber nicht, ohne mich gebührend zu verabschieden. Meine Abschiedsfeier fand auf dem Gelände der Lodge in Nkhoma statt. Dafür organisierte ich ein Kochteam und die Band, die häufig während Gottesdiensten spielte. Es kamen um die 60 Personen, wir aßen zusammen, ich und ein paar Gäste hielten eine Abschlussrede und am Ende tanzte wirklich jeder zu all meinen Lieblingsliedern von den malawischen Künstlern. Es war eine sehr schöne Veranstaltung und es hat mich riesig gefreut, fast alle Freunde, die ich während meines Auslandssemesters in Malawi kennen lernen durfte, ein letztes Mal wieder zu sehen. Einige von ihnen begleiteten mich am Sonntag zum Flughafen, von wo ich über Johannesburg (Südafrika) nach Deutschland zu meiner Familie und Freunden zurückflog.

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Das Auslandssemester hat mir persönlich, sozial, kulturell und sprachlich sehr geholfen. Ich habe viel für mich dazu gelernt und weiß nun den Reichtum in Deutschland sehr zu schätzen. Auf jeden Fall möchte ich eines Tages nach Malawi zurückkehren und all meine Freunde wiedersehen, mit denen ich bis dahin über Social Media in Kontakt bleibe. Ein großes Dankeschön möchte ich gegenüber dem Difäm und der Lechler Stiftung aussprechen, die mir diesen Auslandsaufenthalt überhaupt erst ermöglichten. Von den Projekten Asset, Pharmazie und Mental Health war ich schwer beeindruckt und hoffe natürlich, dass sie weiterfinanziert und den Menschen in Malawi auch in Zukunft helfen werden.

 

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Reise durch Malawi – Teil 3

Der letzte Abschnitt bis zu unserem nördlichsten Ziel Livingstonia war sogar mit Allradantrieb schwer zu passieren. Über Steingeröll fuhren wir immer höher am Abgrund entlang bis wir nach einer gefühlten Ewigkeit bei der Mushroomfarm ankamen. Caddy war aufgrund ihrer Höhenangst ziemlich mitgenommen aber beruhigte sich schon bald. Der Besuch dieser Lodge zählt zu meinen Highlights in Malawi. In der Philosophie der Gründer und Besitzer ist Naturschutz sehr verankert. Die Lodge ist harmonisch in die Natur integriert und beispielsweise mit Kompost-Toiletten und Solarplatten ausgestattet. Aber auch soziales Engagement ist ihnen wichtig. Die Einwohner der umliegenden Dörfer werden unterstützt indem ihnen einen Arbeitsstelle geboten wird,  Einnahmen gehen größtenteils an soziale Projekte und bezahlen beispielsweise das Gehalt zweier Lehrer und die Steuern einiger Studenten. In Livingstonia genossen wir einen unglaublichen Ausblick und schliefen eine Nacht sogar draußen unter einem Moskitonetz, um den Sonnenaufgang vom Bett aus betrachten zu können. Anschließend praktizierten wir mit einer Südafrikanerin Yoga, frühstückten und machten eine Tagestour zu verschiedenen Stellen des nahegelegenen Wasserfalles. Wir lernten sehr inspirierende Menschen kennen und waren froh, dort zumindest zwei Tage verbringen zu können.

 

Nach dem Ablauf dieser zwei Tage fuhren wir wieder südlich nach Kande, wo Caddy und ich auf Pferden ritten und sogar mit ihnen schwammen. Wir beide fingen mit 12 Jahren zusammen an zu reiten, weshalb sich dieses wiederholende Erlebnis trotz recht hohem Preis auf jeden Fall gelohnt hat. Den Sonnenuntergang betrachteten wir vom See aus, während wir schwammen und für den Sonnenaufgang fuhren wir am nächsten Morgen mit zwei kleinen, aus Baumstämmen geformten Fischerbooten zu einer sehr nah gelegenen Insel. Der Anblick war atemberaubend.

 

Nach einer Nacht fuhren wir nach Salima weiter, wo das Sand Festival stattfinden sollte. Freitag angekommen, aßen wir Mittag, suchten uns einen guten Parkplatz und gingen an den Strand. Caddy ging es leider nicht so gut, weshalb ich sie mit Selasie, den wir dort trafen, in eine Lodge brachten. Dort konnte sie im Kühlen schlafen, während Selasie und ich zu den Shows unsere malawischen Lieblingskünstler Lulu, Nepman und Black Missionaries tanzten. Weil es ihr immer schlechter ging, fuhren wir schon Sonntag zurück nach Nkhoma und bekamen vom Arzt die Diagnose eines bakteriellen Infektes. Durch die Medikamente ging es ihr schon sehr bald besser und wir genossen unsere letzten Tage zusammen in Nkhoma und Lilongwe bevor sie am 1. November zurück nach Deutschland flog.

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Reise durch Malawi – Teil 2

Nach Liwonde fuhren Caddy und ich etwas nördlicher nach Mua. Dort checkten wir abends ein und machten am nächsten Tag eine Führung durch die Kunstgallerie und das Museum. Diese beiden wurden vor vielen Jahren von einem Kanadier aufgebaut, der die Kulturen der Stämme Chewas, Ngonis und Yaos erforschte. Da uns die Stämme und ihre Tradition sehr interessieren, und das Gelände sehr schön aufgebaut war, fühlten wir uns sehr wohl. Allerdings war es so heiß, dass wir uns kaum konzentrieren konnten und schon bald aus den überhitzten Gebäuden wollten. Dort nächtigten wir zwei Mal bevor wir weiter nach Nkhoma fuhren, wo ich auch den Großteil meines Aufenthaltes verbrachte.

 

In Nkhoma zeigte ich Caddy meine Lodge und die Tankstelle, wo sie meine lieben Kollegen kennen lernte. Am Sonntag gingen wir zu dem Chichewa-sprachigen Gottesdienst und sangen und tanzten mit den Einheimischen. Von dort fuhren wir weiter nach Lilongwe, wo wir mit Selasie eine Bar und anschließend ein Reggeakonzert besuchten. Unser nächstes Ziel Richtung Norden war Nkhotakota. Am Strand vom Malawisee genossen wir gutes Essen, aber wurden von Mücken geplagt. Nur gut, dass wir beide eine Malariaprophylaxe einnahmen und unter Moskitonetzen schliefen. Am nächsten Morgen hat sich das frühe Aufstehen für den Sonnenaufgang mehr als gelohnt. Nach dem Frühstück machten wir uns auf die Suche nach dem nahegelegenen Nationalpark, aber wurden dabei von Einheimischen in verschiedenste Richtungen geschickt und entschlossen uns letzten endes dazu, weiter Richtung Norden zu fahren.

 

In Nkhata Bay, wo ich bereits war, tankten wir unser Auto auf und fuhren zur Butterfly 20171024_052543Lodge. Wir genossen unser gemütliches Zimmer in einer Steinhütte mit einer Kompost-Toilette, eine breite Auswahl an Speisen und Getränken, schwammen im See, lagen in Hängematten, bestaunten mal wieder einen Sonnenaufgang und lernten einige sehr nette und interessante Leute kennen. Einen davon werden wir schon bald in Salima wieder sehen.

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Reise durch Malawi – Teil 1

Am 14. Oktober besuchte mich meine gute Schulfreundin Caddy aus Deutschland. Mit meinen Freunden Hetherwick, Alinafe und Selasie holte ich zuerst unseren Mietwagen, einen Nissan X-TRAIL und anschließend sie vom Flughafen in Lilongwe ab. Wir weinten Tränen der Freude und hatten uns auf dem Weg nach Balaka ganz viel zu erzählen. Wir wurden von Chris, my brother from another mother, seiner kleinen Tochter Cony und seiner Schwester Eni begleitet. Als wir in der Nacht am Haus seiner Familie ankamen, nahmen sie uns herzlich in Empfang.

Am nächsten Tag fand die Verlobungsfeier von Chris´ Bruder Bond statt, zu der wir eingeladen wurden. Auf dem Weg dorthin blieb unser Auto im Sand stecken und so entkamen wir durch einige helfende Hände erst nach einer Stunde der knallen Sonne. Zu der Feier kamen wir trotz einigen Stunden Verspätung genau rechtzeitig. Wir tanzten mit den anderen Gästen zu deren Gesängen und Trommelmusik, warfen Geldscheine, wie es auch bei Hochzeiten üblich ist und hatten eine Menge Spaß.

Für den darauffolgenden Tag organisierte Chris´ Familie eine Initiierungszeremonie für Caddy und mich. Frauen, die dem Stamm der Ngonis angehören, werden drei Mal in ihrem Leben initiiert: Als Kind zwischen 7 und 9, bei der ersten Periode von 11 bis 16 und vor der Geburt des ersten Kindes. Wir durften die zweite Initiierung miterleben. Dabei saßen wir mit ca. 15 Frauen auf dem Boden einer kleinen Backsteinhütte mit Strohdach, wo die Hitze erträglicher war. Sie sangen und tanzten für uns, wobei eine ältere Frau uns alle Inhalte und Botschaften ins englische übersetzte. Wir lernten, wie sich Frauen während ihrer Periode verhalten und ihrer Familie Respekt entgegenbringen. Beispielsweise dürfen sie ab der Initiierung nicht mehr in das Schlafzimmer der Eltern und umgekehrt. Caddy und ich lernten kulturelle Werte und Praktiken kennen, die schon seit Ewigkeiten weitergetragen werden. Anschließend aßen wir Nsima mit Hähnchen, dem ich am Morgen die Kehle durchschneiden durfte, und Gemüse. Zwar bin ich Vegetarier, allerdings mache ich eine Ausnahme, wenn ich das Tier davor lebendig gesehen habe, es ihm gut ging und es schnell getötet wird. Nach dem Essen fuhren wir zu einer Stelle im Dorf, wo einige Stühle aufgestellt waren und wir den weiblichen Chief begrüßten. Aus Respekt klatschten wir bei der Begrüßung langsam in die Hände und sanken vor ihr auf unsere Knie, um ihr zu zeigen, was wir gelernt hatten. Dort wurden traditionelle Tänze vom Stamm der im Süden lebenden Senas aufgeführt und Reden gehalten. Caddy und ich sind allen Beteiligten sehr dankbar. Zum einen für den organisatorischen Aufwand aber auch für den tiefen Einblick in eine doch so andere Kultur, den sie uns ermöglicht haben.

 

Unser nächster Stopp weiter im Süden war Liwonde. Dort entspannten Caddy und ich einen Tag im Hotel und Pool, wo wir den Zugang zu laufendem Wasser und Strom genossen. Am nächsten Tag machten wir eine Jeepsafari durch den Nationalpark. Dabei sahen wir Bäume wie den Sausagetree („Wurstbaum“), unseren Lieblingsbaum den Baobab, einige Schlingpflanzen aber auch Tiere wie Elefanten, Wasserbüffel, Nielpferde etc. und bestaunten einen atemberaubenden Sonnenuntergang.

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Pharmazeutische Projekte

Zu den pharmazeutischen Projekten des Difäm in Nkhoma, Malawi gehören das „Minilab“ und das Projekt „Strenghtening Pharmaceutical Management In Health Systems“.

Das „Minilab“ umfasst die Ausstattung der Projektpartner mit mobilen Minilaboren und die Schulung in deren Anwendung. Seit 2013 werden in Malawi Medikamente vom Schwarzmarkt, aber auch all jene untersucht, die das Nkhoma Krankenhaus ausgibt. Zu seinen Abnehmern zählen direkt Patienten in Nkhoma und indirekt zwölf kooperierende Health Clinics. Letzeres sind Kliniken, die Patienten in den umliegenden Dörfern vor Ort behandeln und mit Medikamenten versorgen. Das Difäm bildet Einheimische zu Fachkräften aus und stellt seinen Projektpartnern Lehrmaterialien zuzüglich sogenannter „Standards“, Produkte, mit denen die jeweiligen Medikamente in ihrer Struktur, Aussehen, Reaktion etc. verglichen werden, bereit. An jedem Ende vom Monat erstattet die Projektpartner dem Difäm über die Ergebnisse ihrer Untersuchungen Bericht. Die Anzahl der monatlich untersuchten Medikamente in Malawi variiert zwischen 20 und 80 Stück. Frederik Kachiponde, der den Bachelor in Pharmazie abschloss und den pharmazeutischen Bereich im Nkhoma Krankenhaus leitet, sieht positive Entwicklungen in der Qualität von Medikamenten, da aufgrund der Arbeit des Difäm Vertreiber unwirksamer und falschdeklarierter Produkte enttarnt und vom Markt gedrängt werden konnten.

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Im Rahmen des Projektes „Strenghtening Pharmaceutical Management In Health Systems“ werden die oben genannten Health Clinics nach ihrem Management von Medikamenten untersucht und Mitarbeiter geschult. Die Lagerhaltung, Dokumentation und Ausgabe von medizinischen Produkten werden dabei beleuchtet und langfristig optimiert. Mitarbeiter der Health Clinics werden durch mehrtätige Fortbildungen sensibilisiert und trainiert. In einem daraus hervorgegangenen Forum tauschen sich die Health Clinics und das Nkhoma Hospital regelmäßig über den aktuellen Stand und mögliche Verbesserungsmaßnahmen ihrer Enrichtungen aus. Alle drei Monate erstattet Frederik Kachiponde dem Difäm Bericht und schreibt zudem diesem Projekt erhebliche Verbesserungen im Netzwerk des Nkhoma Krankenhauses zu.

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Malawische Hochzeit, Samoosas, Reggea

Vor wenigen Wochen durfte ich an einer malawischen Hochzeit Teil nehmen. Das Brautpaar waren Mitarbeiter des Nkhoma Krankenhauses und feierte im Süden Malawis, in der Nähe von Mulanje. Zu sechst in ein Auto gequetscht starteten wir schon früh unsere fünfstündige Fahrt. Zur Mittagszeit, nach der morgentlichen Trauung in der Kirche, kamen wir auf einer kleinen Farm an. Dort aßen wir, Männer und Frauen getrennt, auf dem Boden unter anderem Nsima und tranken das hier typische Maisgetränk Thoba. Anschließend fuhren wir zu der Lokation, wo die eigentliche Hochzeitsfeier stattfand. Nachdem das Brautpaar nach vorne getanzt kam, führte eine Moderatorin die Besucher durch das Programm, das im Grunde nur aus Tanzen und dem Werfen von Geldscheinen bestand. Dafür wurden nach und nach Gruppen aus Freunden oder Verwandten des Brautpaares aufgerufen. Ungewöhnlich aber für mich auch mittlerweile nachvollziehbar war der starke Fokus auf Geld. Die Moderatorin achtete vor allem bei den kleineren Gruppen sehr auf den Geldbetrag und forderte zu höheren Summen auf. Sehr schön zu beobachten war, wie gut sich Malawier im Allgemeinen und vor allem schon die Kleinsten bewegen können. Auch hat es mir die sehr positive Musikrichtung Afro-House angetan, die von einem DJ aufgelegt und zu der getanzt wurde. Am Nachmittag, zu der Zeit Hochzeiten in Malawi typischerweise enden, fuhren wir wieder zurück nach Nkhoma.

20170707_140635Bei meiner zweiten malawischen Kochstunde lernte ich von Jeanette die Zubereitung von Samoosas. Das sind dreieckige, gefüllte Teigtaschen, die hier häufig auf den Straßen verkauft werden. Für den Einkauf der dafür notwendigen Zutaten fuhren wir mit einem Fahrradtaxi, einem Fahrrad über dessen Hinterrad für den Passagier ein Lenker zum Festhalten und ein relativ gemütliches Sitzpolster befestigt wurde, auf den Markt. Wieder zurück machten wir uns an das Mittagessen (Nsima, Sojageschnetzeltes, Kohl mit Erdnusskrümeln) und die Samoosas mit einer Füllung aus Gemüse. Vor allem letzteres war komplexer und zeitintensiver als gedacht, aber das Ergebnis war hervorragend.

Malawi hat einige bekannte und sehr gute Reggea-Künstler. So beispielsweise Black Missionaries, Lucias Banda und Nepman, die ich bei einem Konzert in Lilongwe mit meinen Arbeitskollegen und Freunden Chris und Tionge anhören durften. Die Lokation, die Stimmung und vor allem die Musik hat mir sehr gefallen.

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Das Mental Health Projekt

Einen Tag lang bekam ich Einblick in das vom DIFÄM und von meinem dualen Partner, der Lechler Stiftung unterstützen Projekt „Mental Health“. Der malawische Staat bezuschusst Projekte im Bereich psychischer Erkrankungen kaum. Umso wichtiger sind natürlich Spendengelder. Ca. 30 traditionelle Heilerinnen und Heiler aus der Umgebung folgten am Vormittag der Einladung ins Nkhoma Hospital und lernten das „Mental Health Project“ kennen. Mir wurde das Gesprochene freundlicherweise von Chichewa auf Englisch übersetzt. Paul, der Leiter dieses Projektes, stellte das Programm vor und begann mit einer Vorstellungsrunde. Einige Heilerinnen tragen den Namen Maria, unter anderem diejenige, dich ich bereits in meinem ersten Monat nahe Nkhoma besuchte. Das hängt zum einen mit dem biblischen Namen und der spirituellen Verbindung zusammen, aber auch damit, dass Schüler häufig den Namen ihres Lehrers annehmen. Paul fragte nach Krankheiten die traditionell behandelt (z.B. Schmerzen, Astma) und nicht behandelt werden (z.B. HIV, Krebs). Zudem klärte er über Gründe auf, die psychische Erkrankungen verursachen. Dazu zählen neben der legalen Droge Alkohol und der illegalen Cannabis auch einprägsame Ereignisse wie der Verlust seiner Eltern. Die traditionellen Heilerinnen und Heiler schienen dankbar über dieses Projekt und werden in Zukunft Patienten mit psychischen Erkrankungen zum Nkhoma Hospital senden. Für einen regelmäßigen Austausch und zur Beobachtung der Anzahl und Entwicklung von psychisch erkrankten Patienten soll zukünftig monatlich ein Treffen stattfinden. Der nächste Termin fällt auf den 27. Juli, bei dem ich hoffentlich wieder dabei sein werde.

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Am Nachmittag fuhr ich mit Chimwemwe und weiteren Mitarbeitern des Nkhoma Krankenhauses und des Mental Health Projekts nach Chimwayi, das nicht weit entfernt von Nkhoma liegt. Dort fand das erste Treffen einer Selbsthilfegruppe statt, zu dem zehn Männer erschienen. Nach einem anfänglichen Gebet und einer kurzen Vorstellung aller Anwesenden, klärte die Leitung über die Substanzen Alkohol und Cannabis auf, da diese die Männer in die Abhängigkeit brachten. Es wurden Gründe, Gefahren und mögliche körperliche und psychische Entwicklungen von Alkohol- und in kleinen Teilen auch von Cannabiskonsum besprochen aber auch persönliche Erfahrungen ausgetauscht. Vor allem das günstige, in den Dörfern aus Mais gebraute „local beer“ namens Kachasu beherbergt mit einem prozentualen Alkoholanteil von 50 das größte Problempotenzial. Um herauszufinden wie viel Alkohol wöchentlich höchstens konsumiert werden sollte wird folgendermaßen vorgegangen: (Anzahl der Milliliter multipliziert mit dem prozentualen Alkoholgehalt) geteilt durch 1000. Setzt man die Werte für das Bier Karlsberg ein (330ml; 4,7%), das in Malawi gebraut wird aber nicht mit dem „local beer“ verwechselt werden sollte, erhält man 1,6 Units. Männer sollten höchstens 21 (entsprechen ca. 13 Karlsberg), Frauen 16 Units (entsprechen 10 Karlsberg) wöchentlich an Alkohol zu sich nehmen. Demnach wird der Selbsthilfegruppe zu einem verantwortungsvollen Konsumverhalten und zu keinem zwingenden Konsumstop geraten. Acht insgesamt, aber nur vier von den Anwesenden, machten erfolgreich eine Therapie in Mzuzu von der Dauer eines Monats. Das DIFÄM und die Lechler Stiftung finanzierten diese beispielsweise. Die zwei Männer mit denen ich sprach, trinken seitdem keinen einzigen Schluck mehr Alkohol und sagen selbst, ihr Leben nun in den Griff bekommen zu haben. Ein regelmäßiges Treffen soll nun alle zwei Wochen stattfinden, an denen ich sehr gerne teilnehmen und die Entwicklung beobachten möchte.

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Der zweite Monat: im Norden Malawis, traditionelle Tänze, PB+J

Ein verlängertes Wochenende, das sieben Tage an der Zahl umfasste, verbrachte ich mit Patricia, Susan und ihrem dreijährigen Sohn im Norden Malawis. Während Susan Freunde in Mzuzu besuchte, kamen Patricia und ich nach einigen Stunden abenteuerlichen Fahrt im Minibus in Nkhata Bay an. In der Mayoka Village, die aus mehreren Lodges direkt am Malawisee besteht, ließen wir es uns gut gehen. Wir lasen, schwammen, schnorchelten, stehpaddelten, fuhren bei Sonnenuntergang Kanu, schlugen uns die Bäuche mit Köstlichkeiten voll und gingen auf den Markt. Nach drei Tagen besuchten Susan und ich Freunden von ihr in Kazungu bzw. in dem kleine Dorf Kapaizi, das seit kurzem Elektrizität hat. Dort schliefen wir in einer etwas besseren Hütte, die aber keine gewohnte Dusche und Toilette besitzt. Wir duschten indem wir uns mit einem Gemisch aus gekochtem und kaltem Wasser übergossen und die Toilette bestand aus einem Loch in einer kleinen Hütte im Garten. Für mich war es in einer positiven Weise sehr erfahrungsbringend in den aus westlicher Sicht ärmlichen Verhältnisse zu leben.

Christopher, einer seiner Freunde, Patricia und ich besuchten das Denkmal des ersten Präsidenten Kamuzu Banda, der auch aus der Nähe Kazungus stammt und erfuhren von seiner Geschichte. Er trug wesentlich zur Unabhängigkeit Malawis bei, starb 1997 in Südafrika und was ich sehr oft erwähne: er war wie ich Vegetarier und damit der einzige, den ich bislang in Malawi kennen lernte. Im Anschluss sahen wir uns traditionelle Tänze zu Trommelmusik in Lilongwe an. Die Gruppe zeigte dabei Tänze wie Beni, Masewe und Kalumbwana aus verschiedenen Regionen Malawis. Da auch ich sehr gerne tanze, organisierte ich einen der Tänzer und Trommler aus der Gruppe, die nach Nkhoma kamen und einigen Studenten und mir diese Tänze im Rahmen einer Tanzstunde beibrachten. Es war zwar anstrengend aber machte auch unglaublich viel Spaß. Es gilt zu beachten, dass nicht alle Tänze mit dem Christentum vereinbar sind und diese deshalb nicht in Nkhoma aufgeführt werden dürfen. Deshalb sicherte ich mich mit den oben genannten Tänzen im Voraus ab.

Einen Vormittag durfte ich mit der NPO/ NGO Peanut butter and Jesus, kurz PB+J verbringen und ihre Arbeit kenne lernen. Während der Fahrt mit neun Malawiern konnte ich als einzige Mzungu die malawische Landschaft bestaunen und den verdutzt dreinschauenden Malawiern von der Ladefläche des Pick Up aus zuwinken. Am Health Center in Chimbalanga angekommen verteilten wir die Aufgaben. Ich half beim Erfassen des Gewichtes und der Größe von Kleinkindern während andere den Armumfang maßen. Glückicherweise war nur eines der Kinder unterernährt, was eine positive und erfreuliche Entwicklung als Resultat der Arbeit von PB+J darstellt. Dieses Kind aber auch weitere schmächtige Babys wurden vor Ort mit Erdnussbutter, die in Nkhoma von PB+J produziert wird, von ihrer Mutter gefüttert. Anschließend besuchten wir zwei Primary Schools, für die PB+J ein Fußballturnier organisiert. Als ich mein Smartphone rausholte um Bilder zu schießen, kamen die Schüler in verratzten Schuluniformen und löchrigen Klamotten angestürmt und winkten begeistert in die Selfiekamera, in der sie sich selbst sehen konnten. Natürlich bekam ich auch ein schlechtes Gewissen. Mit solcher Armut haben wir in Deutschland nicht zu kämpfen und deshalb sollten wir uns immer vor Augen führen, wie gut es uns doch eigentlich geht.

Mein Vorhaben, etwas typisch Deutsches zu kochen, setzte ich in die Tat um. Nachdem ich schon für Esther und ihre Familie Milchreis machte, bereitete ich diesmal für Christopher und seine Familie mit den hier erhältlichen Zutaten Kässpätzle zu. Ich freue mich ihnen dadurch meine Kultur näher bringen zu können und darüber, dass meine Kochkünste bislang auf positive Resonanz stießen.

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