Beiträge mit dem Schlagwort: Afrika

von Nkhoma nach Ntchisi

Der Sonntag ging früh los. Um 7.30 Uhr saßen wir beim englischsprachigen Gottesdienst in der Kirche. Draußen regnete es in Strömen. Der Pfarrer begrüßte die Gemeinde mit „Hello church“. Denisa und Bernhard, zwei der Studierenden, sangen im Kirchenchor mit. Überhaupt war der Gottesdienst sehr musikalisch, insgesamt sangen vier Chöre. Weil ich zum ersten Mal hier im Gottesdienst war, durfte ich nach vorne kommen und wurde vom Pfarrer und den Besuchern aus der ersten Reihe mit Handschlag begrüßt. Pünktlich zum Ende des Gottesdienstes hatte es aufgehört zu regnen, so dass Beate und ich bergauf in Richtung Nkhoma Mountain spazieren konnten. Es war schwül-heiß, die Sonne brannte.P1050730Kaum hatten wir das Dorf hinter uns gelassen, wurde die Schar der Kinder um uns herum immer größer. Jungen, die Ziegen hüteten und Mädchen, die eigentlich zum Wasser holen geschickt worden waren, begleiteten uns. Rechts des schmalen Pfades war Gestrüpp, in dem Ziegen weideten, links zogen sich Maisfelder den Hang hinauf, in denen immer mal wieder kleine runde Hütten standen. P1060558Manche Hütten sind so klein, dass man sich kaum vorstellen kann, wie eine ganze Familie darin Platz finden soll. Einer der Jungen erzählte uns, er wohne dort mit seinen Eltern und seinem kleinen Bruder. Klar spielt sich das Leben hier überwiegend im Freien ab, in der Regenzeit kann es aber durchaus auch mal stundenlang sehr heftig regnen, wie wir an diesem Morgen selbst erlebt hatten.

Wir hatten viel Spaß mit den Kindern, pfiffen auf Grashalmen – wobei in Malawi eine andere Technik angewendet wird, als die mir aus Deutschland bekannte. Die Kinder wollten immer wieder fotografiert werden und auch kleine Filmchen begeisterten alle. Zurück in Nkhoma hatte Esther ein leckeres Mittagessen für uns gekocht. Es gab gelben Reis, dicke Bohnen in Soße, Hühnchen und grüne Bohnen mit Karotten.

DSC_1500Um 13 Uhr holte uns dann Patrick, der Fahrer des Hospitals mit einem Geländewagen ab. Neben Beate und mir fanden Esther und die fünf Studierenden Denisa, Bernhard, Pablo, Rebekka und Simona Platz im Auto. In Lilongwe sollte noch Martin Thondolo, der Koordinator der ASSET-Projekte zusteigen. Gemeinsam fuhren wir nach Ntchisi, das etwa drei Stunden nördlich von Nkhoma liegt, um die dortigen Projekte zu besuchen. Unterwegs kamen uns immer wieder Autos entgegen, an deren Außenspiegeln Fische hingen. Einleuchtende Erklärung: Wenn man Fische vom Lake Malawi im Auto in die Stadt transportiert, dann stinkt das. DSC_1502Hinter Lilongwe verkauften Menschen Körbe mit schwarzem Inhalt. Ich hielt das anfangs für Bohnen, wurde aber eines besseren belehrt: es waren große Ameisen. In der Pfanne getrocknet und leicht gesalzen sind sie laut unseren malawischen Begleitern ein sehr leckerer Snack.

Am frühen Abend in Ntchisi angekommen wurden wir zur Tuneza Lodge gebracht, unserer Unterkunft für die nächsten drei Tage. Kurios war hier die Nummerierung der Zimmer. Scheinbar willkürlich waren die Nummern vergeben worden, die Nummer 18 lag neben der 86, dann folgte die 92. Als wir ankamen, war Stromausfall, was häufiger vorkommt in Malawi. Was klang wie ein rauschender Bach in der Nähe stellte sich als Regen heraus, der wenig später auch unsere Lodge erreicht hatte. Am nächsten Tag würden wir auf unbefestigten Straßen in einige abgelegenen Dörfern fahren. Wir waren alle sehr gespannt, wie diese Pisten nach dem heftigen Regen des heutigen Tages aussehen würden.

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Malawi – „The warm heart of Africa“

 

p1060562-e1490258280970.jpgGemeinsam mit meiner für die Projekte in Malawi zuständigen Kollegin Dr. Beate Jakob und fünf Medizinstudierenden von StuDifäm aus Tübingen bin ich in Malawi unterwegs. Wir besuchen im Ntchisi District und rund um den Ort Nkhoma Kliniken, Gesundheitszentren, Village Clinics und Dörfer, die eine Verbindung haben zu den ASSET-Projekten (Anerkennen, Stimulieren, Stärken, Einbeziehen, Transformieren). Entdecken Sie mit uns das „warme Herz Afrikas“.
Um vom Süden Deutschlands nach Malawi zu kommen ist man einen ganzen Tag unterwegs. Schon bei den Sicherheitshinweisen im Flugzeug merkt man, dass der Flug nach Afrika geht: unmissverständlich ist der Hinweis, dass man sich im Flugzeug auf gar keinen Fall in den Gang legen darf. Wie sich während der Reise zeigen sollte, finden Menschen in Afrika wirklich überall ein Plätzchen zum Schlafen.

Fliegt man von Südafrika auf die malawische Hauptstadt Lilongwe zu, fällt einem auf, dass das kleine Land sehr dicht besiedelt ist. Von oben wirkt es, als sei wirklich jeder Quadratmeter landwirtschaftlich genutzt. Immer wieder sieht man kleine Hütten oder Dörfer inmitten der Felder. Was auch auffällt ist, dass es in Malawi eigentlich keinen Wald gibt und überhaupt sehr wenige Bäume wachsen. Auf der gut einstündigen Fahrt vom Flughafen Lilongwe Richtung Süden in den Ort Nkhoma passiert man unzählige Menschen, die am Straßenrand Holzkohle oder Brennholz verkaufen oder dieses auf abenteuerlich beladenen Fahrrädern oder auf dem Kopf transportieren. Und man fährt an riesigen Transparenten vorbei, auf denen Präsident Mutharika dazu aufruft, jeder Einwohner Malawis möge pro Jahr mindestens einen Baum pflanzen. Jetzt in der Regenzeit ist alles sehr grün und fruchtbar, es braucht aber nicht viel Phantasie, sich vorzustellen, wie das Land aussieht, wenn die Ernte vorüber und die Landschaft sich während der Trockenzeit in eine staubige Einöde ohne Schatten spendende Bäume verwandelt.P1070195 Weiterlesen

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Zurück

Ute und ich sind nun wieder gut in Deutschland angekommen. Es war eine gute Reise, die Evaluation verlief nach Plan und wir sind mit unseren Ergebnissen zufrieden. Es war beeindruckend zu sehen wie das Projekt funktioniert, wie viele Leute davon profitieren, ob direkt durch die verbesserte Gesundheitsversorgung, die Sensibilisierung ganzer Dörfer zu Gesundheitsthemen oder die Möglichkeiten für die Mitarbeitenden, sich weiterzubilden. Wir sind überzeugt, dass das Projekt auch in Zukunft einen wichtigen Beitrag für die Gesundheit von Müttern und Kindern im Süden des Tschads beitragen wird.

Ute und ich möchten uns hier auch noch bei Ihnen und Euch für das Interesse an unserem Blog bedanken und für die Rückmeldungen, die wir erhalten haben.

Zum Abschluss gibt es hier noch ein kurzes Video von Difäm-Partner Brot für die Welt über Dr. Djekadoum N’Dilta, Leiter des Krankenhauses in Koyom und unser Ansprechpartner vor Ort.

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Richtung Heimat

Der letzte Tag beginnt. Wir sind noch in Koyom. Morgens wollen wir uns noch das Krankenhaus genauer anschauen und dann zurück in die Hauptstadt fahren, um abends zurückzufliegen.

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Tuberkulosepatient

Wir nehmen an der Morgenandacht teil, dann besuchen wir die Stationen des Krankenhauses. Es gibt die Geburtshilfe, einen Tuberkulosetrakt, die Chirurgie mit zwei Operationssälen sowie die Apotheke und das Labor. Ich interessiere mich für die Chirurgie und darf eine kleine Weile bei einer OP zuschauen. Operiert wird an diesem Morgen von zwei Krankenpflegern, da die Ärzte zu viel anderes zu tun haben.dscf6479

Vor dem Operationssaal warten weitere Patienten, die an dem Tag operiert werden sollen. Alle haben Pappkartons dabei, die neben ihnen stehen. Sie müssen zwar für die Operation nichts bezahlen, jedoch alle Verbrauchsmaterialien und Medikamente dafür selbst kaufen und mitbringen. Mit den Kisten sieht es hier eher nach einem Warteraum am Busbahnhof aus, als nach der Chirurgie eines Krankenhauses.dscf6415

Vor der Apotheke stehen Patienten in einer langen Schlange. Hier kaufen sie jeden Morgen ihre Medikamente.

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Apotheke

Im Schatten der Bäume auf dem Gelände des Krankenhauses sitzen und liegen die Angehörigen der Patienten auf Strohmatten. Sie warten auf die Genesung, tage- aber auch wochenlang, und bekochen ihre Angehörigen, da es keine Krankenhauskantine gibt.dscf6432

Ute und ich verabschieden uns von den Mitarbeitenden und bedanken uns für die Gastfreundlichkeit und das Engagement im Projekt. Wir brechen auf, zurück Richtung Hauptstadt. Um einen platten Reifen kommen wir auch dieses Mal leider nicht herum. Aber wir kommen rechtzeitig an. Es reicht noch für ein gemeinsames Abendessen mit unserem Fahrer, wie immer hauptsächlich gegrilltes Fleisch. Dann ab zum Flughafen. Dieser wurde kürzlich renoviert – und nach dem einchecken ist man in einer anderen Welt. Alles ist weiß gestrichen, einigermaßen sauber und hell, und der Warteraum ist auf gefühlte Minusgrade heruntergekühlt. Nach schon wenigen Minuten wirken die letzten Tage sehr weit entfernt.

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Unterricht

Unser vorletzter Tag beginnt. Heute werden wir drei Animateure bei ihrer Arbeit begleiten. Mich interessiert, wie sie genau arbeiten, sie in Aktion zu erleben, wenn sie zusammen mit den Hebammen in die Dörfer fahren und die Menschen zu verschiedenen Themen aufklären. Im Mittelpunkt steht die Gesundheit während der Schwangerschaft, aber auch allgemeine Hygiene, Prävention von HIV und Tuberkulose und die Familienplanung werden angesprochen. Ihre drei Veranstaltungen stellen sich als sehr unterschiedlich heraus.dscf6208

Das erste Treffen findet in einer Kirche statt, nach und nach finden sich um die fünfzig Frauen mit vielen Kindern ein. Der Animateur klärt auf zum Thema Hygiene, mithilfe eines bebilderten DIN-A4 Heftes. Er steht meist vorne, klarer Frontalunterricht, für Fragen gibt es erst am Ende Zeit. Die Hilfshebamme und ein Krankpfleger sind auch mit dabei, sie führen am Ende noch Untersuchungen durch und impfen die Frauen.

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Hebamme bei der Untersuchung

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Bereit zum impfen?

Die zweite Veranstaltung findet in einem anderen Dorf findet auf dem Dorfplatz statt, direkt neben dem Markt. Als wir ankommen, sehen wir schon eine große Gruppe von Leuten, sicher über hundert. dscf6286Es ist eine riesige HIFI-Anlage aufgebaut, es läuft ohrenbetäubend laut Musik, wir werden begrüßt und vorgestellt. Die Sensibilisierung findet hier in mehreren Sprachen statt, über Mikrofone, alles ist sehr laut und für die Zuhörer sichtlich unterhaltend. Hier sind auch Männer und ältere Kinder, die dem Animateur zuhören.

Die letzte Veranstaltung ist in einem sehr kleinen Dorf. Wir fahren eine halbe Stunde einem Trampelpfad nach, um es zu erreichen.

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Unterwegs zur letzten Station

In der Mitte des Dorfes wächst ein großer Baum, darunter ist das ganze Dorf versammelt. Es ist schon Nachmittag, der Animateur ist fertig mit seinem Vortrag, aber alle sind geblieben, um uns zu sehen und zu begrüßen. Hier habe ich den Eindruck, dass die Botschaft des Animateurs wirklich alle erreicht.dscf6368

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Workshop in Koyom

dscf5579Ich wache früh auf in Koyom, einmal wegen der Hitze, andererseits wegen dem Gegackere der Perlhühner, die vor meinem Zimmer umher stolzieren. Nach dem Frühstück, bestehend aus einem Hühnchen und etwas frittiertem Brot, machen wir uns auf zum Evangelischen Krankenhaus Koyom. Koyom selber ist eigentlich ein Dorf mit etwas mehr als 10.000 Einwohnern, besitzt aber ein Krankenhaus mit 100 Betten (Zum Vergleich, unsere Tropenklinik Paul-Lechler-Krankenhaus in Tübingen hat 90 Betten).

Das Krankenhaus wurde von der Evangelischen Mission im Tschad ( EMT – Hospital Koyom) mit aufgebaut und steht seit 2002 unter der Leitung des tschadischen Arztes, Dr. Djekadoum N´Dilta Osée, der auch ein Partner des Difäm ist. Er führt uns in einem ersten Gespräch in das Projekt vor Ort ein und stellt uns Hebamme Rosalie vor, die für die  Koordination unseres Projektes in Koyom zuständig ist.

Jedes halbe Jahr findet ein Treffen in Koyom statt, bei dem alle Animateure, Matrones und Krankenpfleger der Gesundheitseinrichtungen, die an unserem Projekt teilhaben, zusammen kommen. Es werden die Fallzahlen des letzten Halbjahres durchgesprochen und organisatorische Fragen geklärt. Danach sind Ute und ich an der Reihe. Wir haben einen kleinen Workshop geplant und teilen die Anwesenden in Gruppen auf. In den Gruppen besprechen wir dann die Stärken und Schwächen des Projektes. Es gibt eine Präsentationsrunde, alle Ergebnisse werden noch einmal vorgestellt und mit allen Teilnehmenden diskutiert. Das Personal empfindet das Projekt als sehr hilfreich und arbeitet gerne mit. Sie schätzen es sehr, dass Sie vom Difäm die Möglichkeit der Weiterbildung im Gesundheitsbereich zu Schwangerschaft und Geburt bekommen haben.

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Krankenpfleger beim Vorbereiten

Die Probleme werden auch deutlich. Für die Animateure und Hilfshebammen sind die Distanzen in die Dörfer groß, es ist anstrengend in der großen Hitze mit dem Fahrrad oder in der Regenzeit durch die überlaufenden Flüsse alle zu erreichen. Die Krankenpfleger berichten uns von der oft mangelnden Versorgung mit Medikamenten oder kaputter Untersuchungsausrüstung.

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Animateure beim Workshop

Die nächsten Tage werden wir einige Einrichtungen besuchen, um uns direkt ein Bild zu verschaffen. Wir wollen auch vor Ort mit Schwangeren sprechen, um von ihnen einen Eindruck der Situation zu gewinnen.

Am späten Nachmittag essen wir alle zusammen, dann macht sich jeder auf den Heimweg. Ich spaziere noch etwas am Fluss von Koyom entlang und durch das Dorf zurück, bevor es dunkel wird.

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Unser Nachbarhaus in Koyom

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Sonnenuntergang am Logone-Fluss

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Von der Hauptstadt in den Süden

Die Globalisierung schreitet auch im Tschad voran. Zum Frühstück gibt es gefrorene Croissants, im Hintergrund lautstarke mexikanische Telenovelas. Der Tag startet gut. Wir verbringen den ganzen Morgen mit Fahrten quer durch die Hauptstadt. Wir besuchen den Trägerverein des Hospitals in Koyom, sowie der Association Evangélique pour la Santé au Tchad (AEST), die das Krankenhaus mit betreut und bei der Beschaffung von Medikamenten hilft. Wir treffen kurz die Direktorin für Müttergesundheit im Gesundheitsministerium. Sie gibt uns einen Überblick der Arbeit der Regierung in Ihrem Bereich, hat für mehr Fragen aber keine Zeit.

Dann gehts schnell auf den Grand Marche, N’jamenas Hauptmarkt, zum Geld wechseln und Mittagessen.dscf6001

Wir brechen gegen 14 Uhr auf Richtung Koyom. Der Verkehr in der Stadt ist zäh, wir sehen zwei schlimme Unfälle. Man darf nicht helfen – eine schwer verletzte Frau bleibt einfach so am Straßenrand liegen – sondern muss warten bis die Polizei auftaucht um den Unfall aufzunehmen. Erst dann wird der Verletzten Hilfe gewährt. Ich bin geschockt.

Wir bauen zum Glück keinen Unfall, überfahren dscf5577nur eine Ziege, was niemand weiter zu kümmern scheint und haben einen Platten. Die Fahrt sollte knapp vier Stunden dauern. Wir fahren den größten Fluss des Tschads entlang, dem Shari, eigentlich ein fruchtbares Ackerbaugebiet. Die Trockenzeit hat aber schon begonnen und ich kann mir kaum vorstellen wie hier viel wachsen kann. Unterwegs sieht man immer wieder Nomaden, die mit ihren Herden in den Süden ziehen. Viele werden versuchen ihr Vieh in Nigeria oder Kamerun zu verkaufen. Letztendlich kommen wir nach 8 Stunden an. 

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Nomaden unterwegs

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Landeanflug

Ich sitze im Flugzeug auf dem Weg nach N’Djamena, der Hauptstadt des Tschads. Mir fällt auf das fast keine Afrikaner im Flugzeug sind. Die meisten Passagiere sind Männer zwischen 20-40, muskulös mit Bürstenschnitt, amerikanischen Militärs. Der Tschad hat sich in den letzten Jahren zu einem Hauptakteur im Kampf gegen Boko Haram etabliert und schickt Einsatztruppen nach Nigeria und Mali. Militärausgaben sind etwa 4x so hoch wie Ausgaben für Bildung. Auch für die Gesundheitsversorgung bleibt oft kein Geld übrig. Was mich zurück zu den schwangeren Frauen führt, denen unser Projekt helfen soll.

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Die junge Frau hat erst vor wenigen Stunden ihr erstes Kind zur Welt gebracht

Zum ersten Mal schwanger wird man meist als Teenager, mit 30 haben viele Frauen schon acht Geburten hinter sich. Es gibt kaum Quellen, um an Tipps und Hilfe zu kommen. Aus diesem Grund wurden vom Difäm so genannte Animateure ausgebildet, die den weiten Weg in die Dörfer zu Fuß oder mit dem Fahrrad aufnehmen, um Weiterbildungen zu gesundheitlichen Themen rund um sichere Schwangerschaft und Geburt anzubieten. Die Frauen erfahren was mit ihnen in der Schwangerschaft geschieht, wo sie sich Hilfe suchen können und dass sie auf jeden Fall für die Entbindung ins Gesundheitszentrum kommen sollen. Hilfshebammen (Matrones) begleiten die Animateure und führen Vorsorgeuntersuchungen in den weit entfernten Dörfern durch. Für die Schwangeren ist das oft die einzige Möglichkeit sich untersuchen zu lassen.

fensterbildFür die Frauen, die zur Geburt in ein Gesundheitszentrum kommen, werden die Kosten der Geburt übernommen. Bei Kaiserschnitten erhält das Gesundheitszentrum eine Prämie, um auch diesen kostenlos anbieten zu können. Bei Notfällen und Frühgeburten ist unser Partnerkrankenhaus in Koyom mit einem Fahrzeug für die Evakuierung ausgestattet worden.

 

Wir landen nachts, es gibt nicht viel zu sehen. Es ist heiß und es liegt eine Art Nebel in der Luft. Rauch von den Küchen, denn die über eine Million Einwohner kochen überwiegen noch mit Holz.

Ein Arzt aus Koyom holt uns am Flugafen ab und bringt uns zum Hotel. Wir sollen schlafen, das Programm am nächsten Tag geht früh los und am Nachmittag steht die Fahrt nach Koyom an.

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