Beiträge mit dem Schlagwort: Alltag

Meine Arbeit in Nkhoma

Am 8. Mai hatte ich meinen ersten Arbeitstag. Als Studentin des Studienganges Dienstleistungsmanagement für Non-Profit-Organisationen an der DHBW werde ich in dem halben Jahr meines Aufenthaltes in der Verwaltung des Nkhoma Krankenhauses tätig sein. Pünktlich um 8 Uhr fand ich mich also vor dem Büro der Verwaltungsleitung Brenda vor, die allerdings, wie ich nach einer halben Stunde erfuhr, heute nicht zur Arbeit kommen wird. Willkommen in Malawi und damit tschüss zur deutschen strukturierten Arbeitswelt und Pünktlichkeit. Dr. Morton erzählte mir im weiteren Verlauf des Tages von dem Nkhoma Hospital und den vier Bereichen, über die es neben den geringen Einnahmen von Patienten für deren Behandlungen finanziert wird: dem Gästehaus, der Küche, dem Universitätsbereich sowie einer Tankstelle, die erst heute in Betrieb genommen wurde. In den nächsten Monaten soll ich die Tankstelle kennen lernen und mich und meine Kenntnisse verstärkt darin einbringen.
Nachdem der IT-Mitarbeiter James meinen Laptop eingerichtet hat, erstellte Christopher, der Supervisor der Tankstelle mit dem ich in nächster Zeit eng zusammen arbeiten werde, gemeinsam mit mir eine Excel-Tabelle, bei der ich mein EDV-Wissen einfließen lassen konnte. Christopher erklärte mir mit viel Geduld das genaue Vorgehen, da ich noch nie zuvor in einer Tankstelle gearbeitet geschweige denn eine dafür notwendige Tabelle erstellt habe. Der erste Arbeitstag war zwar ziemlich unstrukturiert und unkoordiniert doch trotz allem sind die Menschen hier sehr freundlich und nett. Insbesondere ihre Chitenjes, das sind bunten Tücher in allen möglichen Farben und Mustern die als Röcke und Kleider getragen oder zu Rucksäcken und Babytragetaschen umfunktioniert werden, haben es mir angetan. Nach der Arbeit machte ich einen Abstecher auf dem Markt und brachte einige Brocken der malawischen Sprache Chichewa zustande. Im Gästehaus gibt es die Möglichkeit für 1000 MK, das entspricht 1,23 €, unter der Woche ein gekochtes Abendessen zu bekommen und den Abend bei netten Gesprächen und Karten- oder Brettspielen gemeinsam ausklingen zu lassen.
Christopher und ich lernten uns in der ersten Woche näher kennen und mögen. Wir sprachen viel über kulturelle Unterschiede und seinen Wunsch, in Deutschland Marketing zu studieren. Wir entwickelten einige Marketingmaßnahmen und stellten diese sowie die Excel-Tabelle Brenda, die erst am Mittwoch kam, vor. Glücklicherweise war sie sehr begeistert und so machten wir uns an die Umsetzung unserer Konzepte.
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Es gibt nichts, was es nicht gibt

Weg zum Panzi

Auf dem Weg zum Panzi-Krankenhaus

Samstag, 15. August 2015 – Im Radio hören wir von Schüssen und Tumulten im Panzi-Viertel. Laut dem Bericht hatten Jugendliche Marihuana geraucht und wurden von einem Polizisten erwischt, den sie anschließend attackierten. Der verletzte Mann wurde ins Krankenhaus gebracht, in das die Jugendlichen später eindrangen und den behandelnden Arzt angriffen. 

Tatsächlich sind solche Geschichten nicht selten: Verschleppte Angestellte, Übergriffe, Gebrauch von Waffen… Nachmittags erkunden wir zu Fuß uns noch unbekannte Straßen – nur wenige Hausecken von unserem Viertel entfernt. Wir werden begleitet von einem norwegischen Missionar, einer Studentin aus Norwegen, die für ihre Masterarbeit Befragungen mit Gemeinden zur Gewalt gegen Frauen durchführt, und einem 7-jährigen Jungen, dessen mexikanische Mutter und kongolesischer Vater im Panzi-Krankenhaus arbeiten. Vor uns geraten plötzlich mehere Männer in Streit. Die aufgeladene Stimmung drängt uns zum schnellen Weitergehen.

Viertel

Schwer zu durchschauen: Die Demokratische Republik Kongo

Das dicht bebaute und chaotisch wirkende Viertel ist ein Sammelsurium aus kleinen Marktständen, Verkaufsbuden, Reparaturwerkstätten, kleinen kirchlichen Gebäuden und Wohnhäusern. Dicht gedrängt laufen wir im Staub der uns überholenden Taxis, Minibussen und Motorräder weiter.

Von überall hören wir „Mzungu, mzungu“ (Weißer, Weißer) und neugierige Blicke verfolgen uns. Schüchtern lächelnde Kinder und Frauen, die uns hinterherlaufen und auf unser „Jambo“ lächelnd oder herzlich lachend und winkend antworten.

Vieles ist und bleibt undurchschaubar. Nicht nur die Stadt Bukavu hat viele Gesichter. Das ganze Land ist vielfältig und vielschichtig. Manche sagen, es gibt nichts, was es hier nicht gibt. Auf den Märkten kann man Dinge erwerben, deren Besitz in anderen Ländern unter Strafe steht. Es gibt rohes und grausames Verhalten, aber auch barmherzige und bemühte Menschen und Momente großer Herzlichkeit. Viele Menschen müssen improvisieren, um zu überleben. Es gibt komplizierte Strukturen und Regeln in der Familie, in der Gemeinde und der Gesellschaft, die wir nicht verstehen und nachvollziehen können. 

Der Kongo zählt zu einem der gefährlichsten Land für Frauen und Mädchen weltweit. Aber es ist auch ein faszinierendes, wunderschönes Land mit bewundernswerten und engagierten Menschen, die sich für eine gute und gerechte Gesundheitsversorgung und gegen Gewalt einsetzen. Diese Frauen und Männer möchten wir weiterhin so gut es geht in ihrer Arbeit unterstützen.

Arzt Untersuchung

Ein Arzt in Kakwende kümmert sich rührend um seine Patienten

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Eindrücke aus Bukavu

Wohnzimmer

Es dämmert bereits gegen 18 Uhr. Püntklich um 18.30 Uhr wird der Strom angestellt. Nach Einbruch der Dunkelheit sollen wir ohne Begleitung unseren Compound aus Sicherheitsgründen nicht mehr verlassen. Daher haben wir abends Zeit, die Eindrücke des Tages auf Papier zu bringen.

Dusche

Es gibt nur zu gewissen Zeiten Wasser und Strom und sammeln zur Sicherheit Wasser in Eimern. Wir duschen mit Hilfe einer kleinen Plastikflasche, mit der wir Wasser aus dem Eimer schöpfen. Wenn wir Wasser haben und den Eimer auffüllen, müssen wir aufpassen: Unsere Dusche steht unter Strom…

Sonnenaufgang

Unsere Straße bei Sonnenaufgang

Bukavu von oben

Bukavu von oben

Fußball

Nachmittagsbeschäftgung: Zufällig kamen wir an einem Fußballspiel mit vorbei

Manio Mehl

Maniokmehl beim Trocknen

Anna Buck

Ich bei der Arbeit 🙂

Bananeneinkauf

Auf dem Markt auf dem Weg nach Kakwende

Flagge

Die kongolesische Flagge

Gruppenfoto

Nach jedem Meeting gibts ein Gruppenfoto – hier nach dem Treffen mit den medizinischen Koordinatoren der Evangelischen Kirchen.

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