Beiträge mit dem Schlagwort: Frauen

Unterricht

Unser vorletzter Tag beginnt. Heute werden wir drei Animateure bei ihrer Arbeit begleiten. Mich interessiert, wie sie genau arbeiten, sie in Aktion zu erleben, wenn sie zusammen mit den Hebammen in die Dörfer fahren und die Menschen zu verschiedenen Themen aufklären. Im Mittelpunkt steht die Gesundheit während der Schwangerschaft, aber auch allgemeine Hygiene, Prävention von HIV und Tuberkulose und die Familienplanung werden angesprochen. Ihre drei Veranstaltungen stellen sich als sehr unterschiedlich heraus.dscf6208

Das erste Treffen findet in einer Kirche statt, nach und nach finden sich um die fünfzig Frauen mit vielen Kindern ein. Der Animateur klärt auf zum Thema Hygiene, mithilfe eines bebilderten DIN-A4 Heftes. Er steht meist vorne, klarer Frontalunterricht, für Fragen gibt es erst am Ende Zeit. Die Hilfshebamme und ein Krankpfleger sind auch mit dabei, sie führen am Ende noch Untersuchungen durch und impfen die Frauen.

dscf6266

Hebamme bei der Untersuchung

dscf6251

Bereit zum impfen?

Die zweite Veranstaltung findet in einem anderen Dorf findet auf dem Dorfplatz statt, direkt neben dem Markt. Als wir ankommen, sehen wir schon eine große Gruppe von Leuten, sicher über hundert. dscf6286Es ist eine riesige HIFI-Anlage aufgebaut, es läuft ohrenbetäubend laut Musik, wir werden begrüßt und vorgestellt. Die Sensibilisierung findet hier in mehreren Sprachen statt, über Mikrofone, alles ist sehr laut und für die Zuhörer sichtlich unterhaltend. Hier sind auch Männer und ältere Kinder, die dem Animateur zuhören.

Die letzte Veranstaltung ist in einem sehr kleinen Dorf. Wir fahren eine halbe Stunde einem Trampelpfad nach, um es zu erreichen.

dscf6347

Unterwegs zur letzten Station

In der Mitte des Dorfes wächst ein großer Baum, darunter ist das ganze Dorf versammelt. Es ist schon Nachmittag, der Animateur ist fertig mit seinem Vortrag, aber alle sind geblieben, um uns zu sehen und zu begrüßen. Hier habe ich den Eindruck, dass die Botschaft des Animateurs wirklich alle erreicht.dscf6368

Advertisements
Kategorien: Tschad | Schlagwörter: , , , | Ein Kommentar

In den Dörfern

dscf5859Die letzten zwei Tage verbrachten Ute und ich unterwegs in weiteren Dörfern. Wir besuchten mehrere Gesundheitseinrichtungen und führen dort Gespräche mit Frauen. Wir wollen erfahren, welche Erfahrungen sie während der Schwangerschaft und der Geburt gemacht haben. Zum anderen wollen wir ein genaueres Bild der Einrichtungen bekommen. Wir überprüfen, wie die Räumlichkeiten aussehen, wie die Apotheke ausgestattet ist und wie die Mitarbeitenden arbeiten. Die Einrichtungen ähneln der letzten, die wir besucht haben. Die Gebäude sind nicht gut in Schuss, es gibt wenige Medikamente und Instrumente.

Die Gespräche mit den Frauen sind spannend, aber oft auch bedrückend. Wir interviewen jeweils zwei Gruppen, einmal junge Frauen bis um die dreißig, und dann ein Gruppe mit älteren Frauen. Es sind viele Einzelgeschichten, manchmal einfacher, manchmal schwerfälliger erzählt.

dscf6113

Treffen mit den Frauen vom Dorf

Wir lassen alle Frauen aufschreiben, wie alt sie sind, wie viele Kinder sie auf die Welt gebracht haben und wie viele von ihnen noch am Leben sind. Es gibt, außer bei den ganz jungen Frauen, keine Frau, die noch kein Kind verloren hat. Die meisten haben um die acht Kinder bekommen und davon zwei bis drei verloren. Früher war es wohl deutlich schlimmer. Heute würden die Gesundheitszentren helfen, die Risiken zu reduzieren. Die jüngere Generation kommt ins Gesundheitszentrum, um ein Kind auf die Welt zu bringen, und wird dabei auch von ihren Müttern unterstützt. Auch die Vorsorge würde helfen, Probleme frühzeitig zu erkennen. Und der Transport ins Distriktkrankenhaus nach Koyom scheint auch zu funktionieren. Nur in einem Dorf hören wir, dass eine Geburt im Gesundheitszentrum Schwäche bedeuten würde, und man deshalb daheim entbindet. Die Aussage wird gleich scharf in der Gruppe diskutiert, ist wohl keine allgemeine Meinung.dscf6300

Die Gespräche sind interessant, oft wird auch gelacht, obwohl das Thema nicht gerade lustig ist. Der Umgang der Mütter mit dem Tod ihrer Kinder ist beeindruckend, aber auch fremd. Die Realität ist hier einfach eine andere als bei mir zuhause.

dscf5741

In der Mittagshitze wird man müde

Kategorien: Tschad | Schlagwörter: , , , | Ein Kommentar

Kamelmilch und traditionelle Hebammen

Heute gehen wir an die Basis, in ein Dorf, wo die Arbeit stattfindet. Ich darf den großen Jeep fahren, und kämpfe mich durch die Schlaglöcher und den Sand zu einer Gesundheitseinrichtung in der Nähe von Koyom. Rosalie, die leitende Hebamme ist mit dabei, um zu übersetzen und uns den Weg zu zeigen. Der Leiter der Gesundheitseinrichtung, die Hilfshebamme und ein Apotheker von vor Ort erwarten uns schon. Zur Begrüßung gibt es heiße Kamelmilch mit viel Zucker, nicht wirklich erfrischend bei 35 Grad, aber dennoch lecker.dscf5783

Wir bekommen eine Führung durch die Einrichtung. Einrichtung ist vielleicht etwas übertrieben, das Gebäude besteht aus drei Zimmern. Einem Untersuchungsraum mit abgetrenntem Raum wo die Geburten stattfinden, ein kleines Lager für Medikamente von wo der Apotheker diese auch verkauft und einem Wartezimmer für Schwangere die mit Wehen kommen.

dscf5770

Das Wartezimmer

Das Wartezimmer ist völlig karg, es gibt nicht einmal ein Bett, nur eine Matte auf dem harten Boden. Der Untersuchungsraum besteht aus einem kleinen Tisch für den Leiter, ein labiles Krankenbett für die Untersuchungen, für die eigentliche Geburt gibt es einen Plastikstuhl. Auch in der Apotheke sieht es nicht viel besser aus, die wenigen Regale sind fast leer, es fehlt an allem.

dscf5878

Medikamentenlager der Apotheke

Die Mitarbeiter sind dennoch motiviert, berichten stolz von den über 250 Kindern die hier im letzten Jahr mit ihrer Unterstützung geboren wurden. Was ihnen am meisten fehlt sind grundlegende Dinge, Handschuhe für die Geburt, HIV-Schnelltests, einen weiteren Satz Instrumente (Schere, Zange usw.) falls zwei Frauen gleichzeitig entbinden.

dscf5775

Treffen mit den traditionellen Hebammen

Vor der Gesundheitseinrichtung hat sich mittlerweile eine kleine Gruppe zusammengefunden. Es sind alte Frauen, traditionelle Hebammen die im Dorf bei Geburten Unterstützung leisten. Sie haben nie eine Ausbildung bekommen, learning-by-doing, so hätten sie gearbeitet. Die Frauen erzählen uns, dass sie sich auch nie für den Beruf entschieden haben, Ihre Mütter haben schon bei Geburten geholfen, und von ihnen wurde erwartet die Aufgabe zu übernehmen. Sie berichten vom Wandel der letzten Jahre, sie haben schon lange keine Geburten mehr durchgeführt, die jungen Frauen würden alle in die Gesundheitseinrichtung kommen. Früher haben noch fast alle daheim entbunden. Sie sind ganz froh über die Entwicklung, sie waren selbst überfordert, konnten bei Problemen keine Hilfe leisten und wurden nie für ihre Arbeit entlohnt. Schwangere Frauen würden sich bei Fragen jetzt eher an die Animateure und die Hilfshebamme wenden, nicht mehr an sie.

Ute und ich sind froh über die Entwicklung, zu dem das Projekt sicher einen Beitrag geleistet hat. 

dscf5749

Jugaad im Tschad, der Krankenpfleger demonstriert seinen selbst gebauten Ventilator

Kategorien: Tschad | Schlagwörter: , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Landeanflug

Ich sitze im Flugzeug auf dem Weg nach N’Djamena, der Hauptstadt des Tschads. Mir fällt auf das fast keine Afrikaner im Flugzeug sind. Die meisten Passagiere sind Männer zwischen 20-40, muskulös mit Bürstenschnitt, amerikanischen Militärs. Der Tschad hat sich in den letzten Jahren zu einem Hauptakteur im Kampf gegen Boko Haram etabliert und schickt Einsatztruppen nach Nigeria und Mali. Militärausgaben sind etwa 4x so hoch wie Ausgaben für Bildung. Auch für die Gesundheitsversorgung bleibt oft kein Geld übrig. Was mich zurück zu den schwangeren Frauen führt, denen unser Projekt helfen soll.

gerade-geboren

Die junge Frau hat erst vor wenigen Stunden ihr erstes Kind zur Welt gebracht

Zum ersten Mal schwanger wird man meist als Teenager, mit 30 haben viele Frauen schon acht Geburten hinter sich. Es gibt kaum Quellen, um an Tipps und Hilfe zu kommen. Aus diesem Grund wurden vom Difäm so genannte Animateure ausgebildet, die den weiten Weg in die Dörfer zu Fuß oder mit dem Fahrrad aufnehmen, um Weiterbildungen zu gesundheitlichen Themen rund um sichere Schwangerschaft und Geburt anzubieten. Die Frauen erfahren was mit ihnen in der Schwangerschaft geschieht, wo sie sich Hilfe suchen können und dass sie auf jeden Fall für die Entbindung ins Gesundheitszentrum kommen sollen. Hilfshebammen (Matrones) begleiten die Animateure und führen Vorsorgeuntersuchungen in den weit entfernten Dörfern durch. Für die Schwangeren ist das oft die einzige Möglichkeit sich untersuchen zu lassen.

fensterbildFür die Frauen, die zur Geburt in ein Gesundheitszentrum kommen, werden die Kosten der Geburt übernommen. Bei Kaiserschnitten erhält das Gesundheitszentrum eine Prämie, um auch diesen kostenlos anbieten zu können. Bei Notfällen und Frühgeburten ist unser Partnerkrankenhaus in Koyom mit einem Fahrzeug für die Evakuierung ausgestattet worden.

 

Wir landen nachts, es gibt nicht viel zu sehen. Es ist heiß und es liegt eine Art Nebel in der Luft. Rauch von den Küchen, denn die über eine Million Einwohner kochen überwiegen noch mit Holz.

Ein Arzt aus Koyom holt uns am Flugafen ab und bringt uns zum Hotel. Wir sollen schlafen, das Programm am nächsten Tag geht früh los und am Nachmittag steht die Fahrt nach Koyom an.

Kategorien: Tschad | Schlagwörter: , , , | 2 Kommentare

Mütter- und Kindergesundheit im Tschad

Wie jedes Jahr im Frühjahr steht auch in diesem Jahr ein Projektbesuch unseres Mutter-Kind-Projektes im Süden vom Tschad an.

joel-schafer

Ute Papkalla, Referentin für Gesundheitssystem-Stärkung, und ich, Joel Schäfer, Mitarbeiter in der Projektsteuerung, werden eine Evaluation des Projektes durchführen und ich möchte in den kommenden Tagen von unserer Reise und Erfahrungen berichten.

Das Projekt „ Maternité Moindre Risque“ (Risikofreie Mutterschaft) versucht die Bedingungen von Frauen wärend der Schwangerschaft bis zur Geburt zu verbessern. Schwanger zu sein im Tschad ist nicht einfach, denn viele Frauen haben keinen Zugang zur Gesundheitsversorgung vor, während und nach der Schwangerschaft.

ute-papkalla

Ute Papkalla und ich wollen uns das alles nun genauer anschauen. Wir planen verschiedene Gesundheitseinrichtungen zu besuchen, in Dörfer zu fahren, um Gespräche mit Schwangeren vor Ort zu führen. Wir werden uns mit lokalen Fachkräften treffen und mit ihnen über ihre Arbeit und den damit verbundenen Problemen sprechen.

Wir sind beide gespannt, was auf uns zukommt und wollen unsere Erfahrungen hier mit Euch teilen.

Kategorien: Tschad | Schlagwörter: , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Unwirkliche Wirklichkeit

Samstag, 15. August 2015 – Bei unseren Gesprächen erfahren wir eine gute Neuigkeit: Laut der offiziellen Statistik und den Aufzeichnungen des medizinischen Koordiationsbüros der evangelischen Kirchen sowie den Beobachtungen der Ärzte, mit denen wir sprechen, gehen die Fälle von Vergewaltigungen und sexuellen Misshandlungen an Frauen zurück. Wobei es weiterhin eine Dunkelziffer gibt, die wir nie erfahren werden.

Gründe für diese Entwicklung sind zum einen die gesetzliche Nachverfolgung der Täter. Mittlerweile sitzen einige der Vergewaltiger in den Gefängnissen des Landes. Zum anderen gibt es von der Munusco und der kongolesischen Regierung seit einiger Zeit groß angelegte Demobilisierungskampagnen und Integrationsprogramme für die Milizen.

Die Freude über die positive Nachricht währt aber nicht lange. Während die Gewalt gegen Frauen und die Anzahl der Milizen abzunehmen scheinen, gibt es aufgrund von Irrglauben an mehr Stärke und Kraft vermehrt Vergewaltigungen von Säuglingen und Kindern unter fünf Jahren.

Kategorien: Kongo Projektreise | Schlagwörter: , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Für selbständige und unabhängige Frauen

Freitag, 14. August 2015 – Madame Rosalie leitet ein Programm zur Vergabe von Mikrokrediten. In Dörfern außerhalb Bukavus betreut sie zehn Selbsthilfegruppen. Mitglieder sind von Frauen mit Behinderung, Witwen und Frauen, die sexuelle Gewalt erfahren. Die Frauen erhalten die Kredite, mit denen sie sich ein eigenes Leben aufbauen können. Einige der Frauen haben ein Gemeinschaftsfeld von dem Geld organisiert, wo sie nun Maniok anpflanzen. Die Pflanzen können sie hinterher gewinnbringend verkaufen und damit ihren Lebensunterhalt verdienen. Andere Frauen mieteten Avocado-Bäume und verkaufen nun die Ernte. Zusätzlich erhalten die Frauen unter anderem Schulungen in Geldwirtschaft und im Umgang mit den Krediten. Es werden Multiplikatoren ausgebildet, die wiederum andere Frauen schulen können. Sie möchte den Frauen ihren Lebensmut zurückgeben und sie wieder in eine Dorfgemeinschaft integrieren, sagt Madame Rosalie. Fast 200 Frauen erhielten bisher Kredite jeweils zwischen 50 und 100 Dollar. Nachdem die erste Gruppe ihre Kredite nach sechs Monaten abbezahlt hatte, konnten die nächsten Frauen welche aufnehmen. Mittlerweile sind einige der Gruppen bereits unabhängig.

Shinda

Madame Rosalie zeigt uns die gezüchteten Pilze

Gemeinsam mit Rosalie und ihrer Assistentin besuchen Gabi und ich ein Projekt, welches das Difäm unterstützt. In einem Dorf aus Lehmhütten mitten in Bananenfeldern züchten die Frauen weiße Pilze für den Verkauf an. Sie erhielten ein Startkapital von 50 Dollar. Eine der Frauen erklärt uns den Vorgang: Die erste Ernte brachte acht Kilogramm Pilze. Bis zu sechs Mal kann ein Feld geerntet werden. Dafür mussten die Frauen anfangs 80 Dollar investieren. Im Dorf erhalten die Frauen pro Kilogramm drei Dollar, in Bukavu sogar bis zu 10 Dollar. Das Ziel ist, irgendwann unabhängig zu werden und mit dem Gewinn wiederum anderen Frauen eine Pilzzucht zu ermöglichen.

Gruppe

Die Kinder haben ihre Scheu vor dem Fotoapparat überwunden – hier mit Madame Rosalie der Fraueninitiative Shinda

Als ich hier unter uns den Fotoapparat heraushole und anfange zu fotografieren, höre ich um mich herum hinter den Bananenstauden Kindergeschrei und Gejauchze. Sie wagen sich neugierig an unsere Gruppe heran, aber sobald ich mich umdrehe, laufen sie lachend und kreischend weg und verstecken sich vor der Kamera. Irgendwann höre ich Madame Rosalie, wie sie die Kinder zur Ordnung ruft und für ein Gruppenfoto aufstellen lässt. Als die Kinder sich hinterher auf dem Foto sehen, haben sie die Scheu verloren und stellen sich von alleine in Positur – und meine Aufgabe für die nächsten Minuten ist klar.

Mit Madame Rosalie kommuniziere ich hauptsächlich auf Zeichensprache, Französisch und mit Hilfe ihrer Assistentin auch auf Englisch. Als ich am Ende unseres Besuchs meine fünf Wörter Kisuaheli auspacke, freut sie sich. Auch, wenn wir uns das erste Mal sehen und gerade erst kennen lernen, verabschieden wir uns sehr herzlich – und mit weiteren Gruppenbildern.

Shinda Gruppenfoto

Dorf

Ein Dorf aus Lehmhütten mit Bananenstauden in den Vorgärten

Kategorien: Kongo Projektreise | Schlagwörter: , | Hinterlasse einen Kommentar

Aufbau von Gesundheitseinrichtungen

Donnerstag, 14. August 2015 – Das „Centre Hospitalier Kakwende“ liegt rund 70 Kilometer von Bukavu entfernt. Das Krankenhaus wird von der Kirche 5é CELPA getragen, eine Mitgliedskirche der Eglise du Christ au Congo (ECC). Es wurde vor 50 Jahren durch eine norwegische Mission erbaut und von dort aus lange unterstützt. Wir sind auf dem Weg nach Kakwende, um die Fortschritte der Renovierungsarbeiten am Krankenhaus Kakwende und am nahegelegenen Gesundheitszentrum Burhuza zu überprüfen. Der Bau wird von unseren Partnern im Koordinationsbüro der medizinischen Arbeit der evangelischen Kirchen geleitet.

Reisfeld

Die Region Süd-Kivu ist sehr fruchtbar

In der Stadt begegnen uns die Land Rover bekannter Nichtregierungsorganisationen wie Caritas International, Ärzte ohne Grenzen, World Food Programm, Oxfam, Unicef, Rotes Kreuz und sogar WWF. Dann fahren wir raus aus der Stadt. Auf löchrigen und staubigen Wegen fahren wir etwa drei Stunden. Vorbei an Tee- und Bananenplantagen, Reisfeldern und durch  kleine Dörfer. Schwer beladene kommen Frauen kommen uns von den Feldern oder einem Markt entgegen. Sie balancieren Brennhölzer, gelbe Wasserkanister oder Säcke voll mit Maniok oder Reis auf dem Rücken oder dem Kopf. Wir passieren drei Straßensperren, an denen ich schnell meine Kamera verstecke. Fotografieren ist in der DR Kongo nur mit Akkreditierung und offizieller Genehmigung erlaubt. Auf der Straße kann es passieren, dass einem Soldaten, Paramilitärs, Polizisten, Security-Mitarbeiter oder Passanten, die sich als erstere ausgeben, die Kamera bestenfalls abnehmen und Strafgeld kassieren.

Im Einzugsbereich des 60-Betten-Krankenhauses in Kakwende leben fast 60.000 Menschen. 30 Mitarbeitende kümmern sich um die Patienten. Ein Schwerpunkt im Krankenhaus ist die Geburtshilfe: Pro Monat gibt es etwa 110 Geburten, 30 davon per Kaiserschnitt. Trotzdem hat das Krankenhaus nur ein altes Entbindungsbett.

Maternity Waiting Home

Im Maternity Waiting Home, ein Wartehaus für Schwangere am Krankenhaus von Kakwende, warten derzeit 41 Frauen auf die Geburt.

Um zur Entbindung ins Krankenhaus zu kommen, müssen viele hochschwangere Frauen lange Fußmärsche über unwegsames Gelände auf sich nehmen- Deshalb gibt es hier ein „Maternity Waiting Home“. Hier können die Frauen kurz vor dem Geburtstermin kommen und das Einsetzen der Geburt abzuwarten.

Bei der offiziellen Einweihung lernen wir auch ein Missionarsehepaar aus Norwegen kennen, die mit der 5è CELPA zusammen arbeiten. Dr. Jean-Claude Nabagere, medizinischer Koordinator dieser Kirche, führt uns nach der feierlichen Zeremonie gemeinsam durch den neuen Anbau: Ein Röntgen- und ein Aufwachraum nach Operationen. Nun fehlen nur noch die Einrichtungsgegenstände.

Krankenhaus

Eins der neuen Gebäude im Gesundheitszentrum, das mit der Unterstützung des Difäm fertig gestellt wurde

„Jedes Kind ist ein Zeichen der Hoffnung für diese Welt.“ – Aus Kamerun

Kategorien: Kongo Projektreise | Schlagwörter: , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Bloggen auf WordPress.com.